Eine der schönsten und faszinierendsten Aufstiege auf den Zirbitzkogel führt durch das Lindertal. Doch bevor man in diesen weiten Almboden gelangt, bedarf es einiger Schritte. Die Auffahrt mit dem
Auto führt von Obdach in Richtung St. Wolfgang am Zirbitzkogel, einem idyllischen Almdorf, in 1.277 Metern Seehöhe gelegen. Kurz vor dem Ortsanfang von St. Wolfgang zweigt eine Straße, direkt in
einer scharfen Rechtskurve, nach links mit dem Hinweisschild „Sabathyalm“ ab, auf deren Verlauf man vorwiegende bergauf führend weiterfährt. Vorbei am im
Eine der schönsten und faszinierendsten Aufstiege auf den Zirbitzkogel führt durch das Lindertal. Doch bevor man in diesen weiten Almboden gelangt, bedarf es einiger Schritte. Die Auffahrt mit dem Auto führt von Obdach in Richtung St. Wolfgang am Zirbitzkogel, einem idyllischen Almdorf, in 1.277 Metern Seehöhe gelegen. Kurz vor dem Ortsanfang von St. Wolfgang zweigt eine Straße, direkt in einer scharfen Rechtskurve, nach links mit dem Hinweisschild „Sabathyalm“ ab, auf deren Verlauf man vorwiegende bergauf führend weiterfährt. Vorbei am im Winter stark frequentierten Skizentrum Rieser erreicht man nach rund 5 Kilometern den großen Parkplatz des Alpengasthofes Sabathy, zugleich das Ende der Straße.
Man befindet sich hier bereits auf einer Seehöhe von 1.620 Metern, die Waldgrenze ist deutlich zu merken, der Baumbestand, ein Gemisch von Fichten und Zirben, dünnt sich von da an zusehends. Der Alpengasthof Sabathy, ein traditionsreiches Haus, das in seiner Ursprungsform bereits etliche Jahrzehnte am Buckel hat und sich durch den rührigen Einsatz der Wirtsleute Hörmann seit mehreren Jahren zu einer begehrten Einkehr für Wanderer, Ausflügler und gar ganze Busgesellschaften entwickelte.
Die Tour auf den Zirbitzkogel kann beginnen. Der Markierung folgend, führt der sanft ansteigende Naturweg südwärts um schon bald darauf sich nach Westen drehend, direkt in die Richtung Zirbitzkogel zu führen. Links und rechts säumen nunmehr vorwiegend Zirbenwälder im Altbestand den Weg. Nach rund ½ Stunde erreicht man das weite Becken des Lindertals und bald darauf die Linderhütte. Diese Hütte war ursprünglich eine der vielen Sennerhütten, von denen es in diesem weiten Talbecken viele gab. Heut ist die Hütte im Privatbesitz und erstrahlt im neurenovierten Glanz. Also nichts mit einer Einkehr – viele der älteren Bergwanderer werden sich noch wehmütig an den alten Senner erinnern, der Vorbeiwandernde mit seiner bekömmlichen sauren Milch labte. Den Namen Lindertal und Linderhütte stammt von den ursprünglichen Besitzern, der zwischen Zeltweg und Knittelfeld liegenden Pfarre „Lind“.
Gleich nach der Linderhütte werden auf dieser Tour erstmals die Schweißdrüsen aktiviert, das Pfaffenköpfl will bestiegen werden, um nach dieser knappen halben Stunde den relativ ebenen Talboden des oberen Lindertals zu erreichen. Von hier sieht man vor sich ganz oben am markanten Bergspitz das Schutzhaus, das allerdings doch noch einige Zeit von hier entfernt ist und man bis ins hintere Ende des Bergkessels wandern muß, um zum Aufstieg zu kommen. Es wird enger und der Blick wird nach vorne frei auf die Senderstation der Flugüberwachung beim „Scharfen Eck (2.367 m), blickt man zurück, so bekommt man einen imposanten Eindruck von der Höhe, in der man sich bereits befindet und kann die Weiten des Aichfeldes mit den Städten Judenburg (von hier aus nicht sichtbar), Zeltweg, Spielberg und Knittelfeld abschätzen, an dessen Nordseite die Seckauer Alpen markant sich eporthronen.
Mit diesen Eindrücken erreicht man in 2.051 Metern den Lindersee, ein flacher, eisigkalter Bergsee. Eine kleine Verschnaufpause tut jetzt gut und nachdem alle Kraft für den letzten Teil des Aufstiegs gefaßt ist, gewinnt man hier im relativ steilen Gelände rasch an Höhe, verliert das Schutzhaus aus den Augen wofür man mit ein wenig Glück die eine oder andere Gemse hört oder sieht. Für den Wegteil vom Ausgangspunkt Sabathy bis zum Lindersee rechnet der durchschnittliche Wanderer eine gute Stunde, für den letzten Teil der Wanderung nocheinmal etwa 45 Minuten. Imposant der Blick nun in alle Richtungen, tief unten der tiefgrüne Lindersee, nahezu eben nach rechts die Senderanlage, wo unterhalb davon der „Schreibersteig“ führt, über den man von der Winterleiten den Zirbitzgipfel erreicht. Unser Weg vereint sich mit diesem und es sind nur mehr wenige Minuten bis zum Zirbitz, dessen Schutzhaus (2.376 m) bereits zum Angreifen nahe linksseits auftaucht. Den Schwung des Aufstiegs nützt man für die Fortsetzung des Weges zum Gipfelkreuz in 2.396 Metern über der Adria.
Ein eindrucksvoller Rundblick wird frei, die Karawanken scheinen nur einen Steinwurf von hier entfernt, Gleinalpe, Koralpe und Saualpe bilden den südlichen Panoramaabschluß, die Berge der Hohen Tauern mit Großvenediger und – an klaren Tagen mit freiem Auge sichtbar – der Großglockner. Wölzer Tauern mit dem Greim und die Seckauer Tauern mit dem Seckauer Zinken lassen viele schöne Erinnerungen an bereits vergangene Bergtouren aufleben und der markante weiße Punkt in nordöstlicher Richtung ist das Kircherl „Maria Schnee“. Zu schnell vergißt man, daß man sich hier in nahe 2.400 Metern Seehöhe befindet, der sanfte, aber stets gegenwärtige Bergwind kühlt den Körper rasch aus und so freut sich der Werner, der Hüttenwirt des Zirbitzkogel Schutzhauses, über die Einkehr. Der Abstieg erfolgt wie der Aufstieg, Varianten gibt es über die Winterleiten und dem Jägersteig zurück zur Sabathy oder über die Weite Alm und dem Wildsee. Beides Varianten, die doch einiges an Kraft und Zeit abverlangen und darum nur wohl überlegt durchgeführt werden sollten.