Eine relativ kurze und leichte, aber umso schönere Wanderung führt von der Stiftsgemeinde Seckau aus zur nördlich des Ortes gelegenen Wallfahrtskirche "Maria Schnee", die höchstgelegene
Wallfahrtskirche in den Ostalpen.
Von Seckau aus fährt man mit dem Auto noch ein Stück weiter in den Ortsteil Sonnwenddorf und erreicht nach wenigen Kilometern auf einer privaten Naturstraße das Gehöft Kühberger. Die rührigen
Bauersleute sind erfreut über die sparsame Nutzung des Parkplatzes, der immerhin im privaten Eigentum der
Eine relativ kurze und leichte, aber umso schönere Wanderung führt von der Stiftsgemeinde Seckau aus zur nördlich des Ortes gelegenen Wallfahrtskirche "Maria Schnee", die höchstgelegene Wallfahrtskirche in den Ostalpen.
Von Seckau aus fährt man mit dem Auto noch ein Stück weiter in den Ortsteil Sonnwenddorf und erreicht nach wenigen Kilometern auf einer privaten Naturstraße das Gehöft Kühberger. Die rührigen Bauersleute sind erfreut über die sparsame Nutzung des Parkplatzes, der immerhin im privaten Eigentum der Familie steht und kulanterweise den Wanderern als Abstellplatz für deren Fahrzeuge erlaubt ist. Dieser Ausgangspunkt befindet sich in einer Seehöhe von knapp 1.100 Metern, das angestrebte Ziel, die Hochalm liegt auf 1.822 Meter, also etwa 2 ½ Stunden Wegzeit bis zum Gipfel.
Der Markierung folgend wandern wir auf befestigter Forststraße gegen den Wald hin und weiter entlang des sanft ansteigenden Weges dem Kühbergerbach entlang, bis man linkerhand eine große Wildfütterung entdeckt. Hier beachtet man den Wegweiser, der nach rechst hinauf zeigt und somit wird auch der Weg steiler und schmäler. Über eine Viehbrücke gelangt man auf saftigen Almboden und vernimmt bereits das erfrischende Plätschern der Quelle, die nicht nur dem durstigen Almvieh den Durst löscht, sondern auch dem erhitzten Wanderer den Beweis liefert, daß Wasser oftmals besser munden kann wie ein Bier. Hier gehen die Punkte eindeutig ans köstliche frische Wasser.
Die Landschaft wird etwas flacher und im weiten Bogen, vorbei bei einem Jägerstand, kommt man zu einer Gastwirtschaft, die durch die Bauweise besticht. Viel Holz, Schindeln und extrem harmonisch in die Almlandschaft eingegliedert, stören nur die vereinzelten Autos, die hier in der durch die üppige Bewachsung duftgeschwängerten Luft für unangenehme Abwechslung sorgen. Nicht links, sondern in dem Fall rechts liegen lassend ändern wir unsere Marschrichtung in nördlicher Richtung, direkt auf die markante Lärche zu, die da einsam in der großen Almwiese steht. Im Schatten dieses mächtigen Baumes schmeckt die erste Jause auf unserer Tour besonders und der Zitronentee aus der Thermoskanne wärmt unser Innerstes. Die etwa 3/4 Stunde vom Ausgangspunkt bis hierher verging wie im Flug und genug Kraft für die nächste Etappe wurde bei der Lärche, die als Bildbaum dient, getankt. Diese Kraft benötigt man auch gleich von hier weg, der Marsch auf dem Fußpfad steiler über die Wiese verlangt einiges ab, die Sonne im Rücken tut das weitere dazu. Wie schön ist es dann, wenn man nach etwa 1/4 Stunde wieder in den Wald gelangt und manches Mal die Forststraße quert, um gleich darauf wieder auf dem Pfad den Wald zu durchschreiten.
Sobald der Forst lichter wird, erhält man einen beeindruckenden Blick auf die zum Greifen nahe Wallfahrtskirche „Maria Schnee“ und links davon bis ins späte Frühjahr sichtbaren Zinken der Heugabel, ein Naturschauspiel, das den Bauern im Tal den Zeitpunkt der ersten Heumahd anzeigt. Die Heugabel ergibt sich aus 3 Rinnen auf der Lamprechter Höhe, in denen noch lange ins Frühjahr hinaus der Schnee liegt und die sich am unteren Ende in eine Rinne einen. Aus dem Tal sieht dieses Gebilde wirklich wie eine Heugabel aus und wenn diese deutlich als Heugabel mit 3 Zinken sichtbar ist, dann ist es für die Bauern Zeit, sich an die erste Mahd zu machen.
Wir wollen kein Heu ernten, sondern die Wallfahrtskirche Maria Schnee erreichen. Jetzt wo der Weg aus dem Wald herausgeführt hat, wird man zu geeigneter Zeit einen markanten bitteren Geruch wahrnehmen. Dieser stammt keineswegs von den Weidetieren, die hier zu Hauff vorhanden sind, sondern von der konzentrierten Existenz von Speik.
Der Genuß des ebenen Dahinschreitens dauert nicht lange, der Wanderer wird vor die Wahl gestellt, seine Wanderung am Weg fortzusetzen oder nahezu im Direkten zum Ziel zu gelangen. Es steht jedem frei, doch die Empfehlung ist, sich am normalen Weg weiterzubewegen, die direkte Route kann man für den Rückweg wählen. Doch bevor es soweit ist, gilt es noch einige Höhenmeter zu überwinden und es ist gut so, daß man von hier die kleine Wallfahrtskirche einmal nicht mehr sieht, denn man geht links unter dem Gotteshaus regelrecht vorbei, um weit dahinter in einer Serpentine das Kirchlein von ober her anzupeilen. Eine andächtige Minute beim Gotteshaus schadet auch Ungläubigen nicht, die Tatsache der vielen Schönheit hier läßt keine Zweifel dahin aufkommen, daß wir nie dankbar genug für ein solches Leben sein können. Der Gipfel der Hochalm (1.822 m) befindet sich am anderen Ende vom Türkenfeld östlich des Kirchleins.
An der Südseite der Kirche findet man gleich einmal ein Plätzchen, um sich in der Sonne aufzuwärmen und die Aussicht zu genießen, die sich hier in einer derartigen Vielfalt zeigt, wie nur selten wo. Die Städte Knittelfeld, Spielberg, Zeltweg und Judenburg breiten sich, nahezu ohne Unterbrechung und beinahe nahtlos ineinander aus, Seckau mit dem markanten Stift liegt dem Wanderer zu Füßen und die Bergwelt, die das Aichfeld umgibt, scheint nur einen Steinwurf weit entfernt. Gleinalpe, Stubalpe bis hinüber zur Koralm, weiter weit hinein ins Lavanttal schweift unser Blick um beim Zirbitzkogel einen kurzen Halt zu machen. Hier wird die Weite der Seetaler Alpen deutlich und es erfüllt einem mit regelrechtem Stolz, diesen oder jenen Berg von hier aus wiederzuerkennen, den man früher schon einmal bestiegen hat.
Das Kirchlein, an dessen Außenmauer wir uns gerade wärmen, haben wir von vielen Punkten aus schon gesehen und nun ist der Wunsch in Erfüllung gegangen, direkt hier zu sein. Da der vorgesehene Rückweg mit etwa 1 Stunde zu berechnen ist, bleibt genügend Zeit, die reichliche und üppige Alpenflora zu betrachten und zu genießen. Kinder sollten nicht alleine in die Landschaft hier gelassen werden, das Gebiet der Seckauer Alpen gilt als vermehrtes Verbreitungsgebiet von Kreuzottern, deren Biß für ein Kind ganz schön gefährlich ausgehen könnte.
Der Abstieg kann nun auf direktem Wege gewählt werden und man verläßt den Platz um das Kirchlein in südlicher Richtung bergab, dem ausgetretenen Pfad entlang, bis man wieder bei der „Speikwiese“ zum Normalweg gelangt.