Klaus Dolleschal bei der Alaska Challenge dem härtesten Handbikerennen der Welt9.Tag
Geschafft!! Ende der Quälerei!! Die letzte Etappe wurde in Palmer gestartet und ging durch ein Tal hinauf auf den Hatscher Pass. Im Vorfeld wurden wir schon auf die bis zu 18%igen Steigungen aufmerksam gemacht. Eigentlich hätte ich nur die beiden hinter mir liegenden Fahrer, den Deutschen Stefan Baumann und den Ami Drew Wills, achten müssen, um so meinen 5. Gesamtrang zu verteidigen. Ich wählte die Kampftaktik und fuhr vom Start weg sofort hinter dem Schweizer Heinz Frei. Bei den kleinen Anstiegen verschärfte ich jedes Mal das Tempo. Dadurch riss ich ein Loch in die Spitzengruppe. Fünf Fahrer konnten das Tempo mithalten. Der Rest, mit meinen beiden Konkurrenten fiel zurück. Teilweise drückte ich das Tempo so hoch, das wir sogar die Kniebiker überholen konnten. Der Südafrikaner Ernst van Duke nannte mich von nun an nur mehr "Klaus tue anomal". Schöne Auszeichnung von einem der weltbesten Rollstuhlsportler. Als ich auf halber Strecke über Funk hörte, dass Stefan Baumann bereits weit hinter mir zurück lag, drosselte ich das Tempo. Von da an führte mein Trainingskollege Manfred Putz die Gruppe auf den Hatcher Pass hinauf. Obwohl es mir körperlich recht gut ging, versuchte ich locker zu bleiben und mein Tempo zu halten. Nach 2/3 der Strecke überholte mich der Ami Drew Wills und kam ca. 2min vor mir ins Ziel. Die letzten 100 Meter wurde ich von den Zuschauern ins Ziel gepeitscht. Es war vollbracht!! Die Quälerei war zu Ende! 5. Gesamtrang im längsten und härtesten Rennen der Welt!!!
Danke an alle meine Daumendruecker zuhause. Danke an das Altis-Team in Treibach (Hannes, Arnold, Mario, "Kope" und Uwe), Vielen Dank an die Sponsoren und Goenner!
Besonders bedanken muss ich mich bei meinem Sohn Philipp, der mich fantastisch betreut hat und mich über die gesamten Rennen immer wieder mit Informationen, Getränken und Motivation versorgt hat. Philipp du warst Superklasse!!!
Ich freue mich auf zu Hause!!!
8.Tag
Sensationeller Tag auf der zweiten Bergetappe von Glennallen nach Lake Louis. Gleich nach dem Start konnte ich mich in der Spitzengruppe einreihen. Nach 10km gab es die erste Attacke vom Schweizer Heinz Frei und meinem Teamkollegen Manfred Putz. Nur einer der Racer aus der restlichen Spitzengruppe hat dies ernst genommen, da ja immerhin noch 82 km bis ins Ziel waren. Einzig der Tourfuehrende Elmar Sternath musste dem Spitzenduo folgen. Die Verfolgergruppe, mit vier Mann, führte ich abwechselnd mit dem Ami Matt Updike an. Nach km 30 merkte ich, dass der in der Tour vor mir liegende Deutsche Stefan Baumann das hohe Tempo bei den Anstiegen nicht halten hat können. Gemeinsam mit Updike setzten wir uns ab und fuhren einen respektablen Vorsprung heraus. Leider machten sich meine Attacken bei den Anstiegen ab km 70 bemerkbar und so musste ich Updike ziehen lassen. Nach 92km kam ich als Fuenftplazierter ins Ziel. Mein Zeitvorsprung auf Baumann war ausreichend, um in der Tourwertung auf Platz fünf vorzustoßen. Es war ein schönes Gefühl in einer traumhaft schönen Landschaft.
7.Tag
Frühzeitig ging’s mit einer Highspeed-Faehre von Cordova nach Valdez. In Valdez ist das Ende der Trans-Alaska-Pipeline. Unser Start war knapp außerhalb der Kleinstadt und führte uns am Richardson Highway durch einen gigantischen Canyon auf den Tompson Pass (natürlich wieder bei Regen). Meine beiden Gegner hinter mir konnte ich weiterhin in Schach halten bzw. den Vorsprung auf den 7.Plazierten um einige Minuten ausbauen. So kam ich wie schon in den vorherigen Etappen wieder als Sechster ins Ziel. Der Sieg ging wieder einmal an meinen Teamkollegen Elmar Sternath. Die anschließende Abfahrt wurde aus Sicherheitsgründen gestrichen. Bei Geschwindigkeiten an die 90 km/h und bei Regen war diese Entscheidung absolut richtig. Die Bergauffahrten sind mit unseren überhaupt nicht vergleichbar. Es gibt nahezu keine Kehren. Es geht kilometerlang 10-15% auf einer breiten Strasse hinauf. Mental ein Hammer!! Mit dem Auto ging’s anschließend weiter durch die Eich-Region. Riesige Waelde, ab und zu eine Hütte und jede Menge Glestcherbaeche. Faszinierend. Untergebracht sind sind diesmal in Glennallen, einen Dorf mitten in den Kupfer-Minen. Erstmals Sonnenschein!!! Ein- Sterne-Hotel, Wasser mit Oelgeruch und um halb12 Uhr abends noim noch Sonnenschein. Das Alaska-Feeling mit der Midnight-sun hat uns gepackt!
Hatte erstmals die Gelegenheit mein Gaestbuch zu lesen und war total gerührt von den netten Einträgen. Haltet mir bitte weiterhin die Daumen. Ich werde Alles geben um mein Ziel zu erreichen. DANKE!!!
6.Tag
"Wahnsinnige" Bedingungen (sintflutartiger Regen, heftiger Wind und Temperaturen von ca. 8 Grad) machten das Straßenrennen rund um Cordova zum Härtetest der besonderen Art. Ich konnte mich rasch mit fünf Mann vom restlichen Feld absetzen. Nach einer Ueberraschungsattacke von Sternath konnten ihm nur zwei Mann folgen. Ich bildete die Verfolgergruppe mit dem Amerikaner Updike und dem Schweizer Frei. Da ich die Fuehrungsarbeit den Beiden überlassen habe, schon mit dem Gedanken auf die morgige Bergetappe, durfte ich als fairer Sportsmann den Sprint nicht für mich entscheiden. Dennoch war es ein besonderes Gefühl, mit dem zweifachen Paralympic-Goldmedaillen-Gewinner Heinz Frei und mit Paralympicteilnehmer Mat Updike, zeitgleich als 6.Platzierter ins Ziel zu kommen.
5.Tag
In Girdwood fand bei noch immer anhaltenden strömenden Regen die vierte Etappe der Tour - ein Einzelzeitfahren über 19 km statt. Da ich absolut kein Einzelzeitfahrspezialist bin, konnte ich auch meinen Rückstand auf den Amerikaner Mat Updike nicht verringern und wurde Siebenter. Auch auf den in der Gesamtwertung hinter mir liegenden Seth Arsenaue verlor ich einige Sekunden. Dennoch bin ich in der Tourwertung weiterhin am 6.Platz.
4.Tag
Bei nahezu unmenschlichen Bedingungen (strömender Regen, Temperaturen um 8 Grad und ab km 30 Gegenwind mit ca 50km/h) fand in der Nähe von Hope das erste Straßenrennen über 63 km statt. Zum Rennverlauf: 2/3 des Rennens konnte ich überraschend gut in der 6-Mann Spitzengruppe mithalten. Eine kleine Unaufmerksamkeit und ein Schaltfehler und schon hatte ich keine Chance mehr das Tempo zuhalten. So quälte ich mich alleine gegen den brutalen Gegenwind ins Ziel. Mit meinem 6.Platz konnte dennoch zufrieden sein, weil ich mich vor dem starken Amerikaner Arsenaeu placieren konnte. Auch in der Gesamtwertung machte ich einen Platz gut und liege vor dem morgigen Einzelzeitfahren in Girdwood an 6. Stelle.
3.Tag
Am Fuße des Exit Gletscher fand zum Auftakt der Ultrachallenge das Einzelzeitfahren über 23 km statt. Auf der sehr selektiven Strecke konnte ich mich mit einem ausgezeichneten 7.Platz gleich im Spitzenfeld der Tour positionieren. Der 1.und 2.Platz im Einzelzeitfahren gingen an meine Landsmänner Elmar Sternath und Manfred Putz. Am Nachmittag fand dann in Seward das Stadtkriterium statt. Die halbe Distanz konnte ich in der Spitzengruppe mithalten. Als dann der Regen einsetzte und die Strasse etwas glitschig wurde, fuhr ich mehr auf Sicherheit und beendete das Rennen abermals mit dem 7.Platz. Der Sieg ging an den Schweizer Heinz Frei vor Manfred Putz.
Alles in allem - ein doch recht erfolgreicher Tourstart.
2.Tag
Nach dem Auschecken wurden das Gepäck und die Bikes im Tourtransporter verstaut und nach Seward gebracht. Wir Athleten wurden unseren Begleitfahrzeugen zugewiesen und danach ging es 170 miles auf dem Highway entlang der Küste nach Seward. Untergebracht in Seward sind wir mitten in der Wildnis. Eine tolle Anlage mit Blockhäusern und absolut behindertengerecht. Einfach toll!! Da wir uns im Baerengebiet aufhalten, bekamen wir Instruktionen, wie man sich richtig verhält, sollte man auf einen Grizzly stoßen. Leider ist die geplante Trainingseinheit wegen des heftigen Regens ins Wasser gefallen. Morgen warten das Einzelzeitfahren und anschließend das Punktekriterium. Bin schon voll motiviert und freu mich drauf!!
1. Tag: Anreise Nach ca. 18h sind wir gut und heil in Anchorage gelandet. Teilweise hatten wir tolle Fernsicht, wie z.B. der Ausblick auf Grönland, das ewige Eis und die riesigen Gletscher--beeindruckend!! Dann das Einchecken im Hawthorn Hotel und der Zusammenbau des Handbikes (hat den Hinflug gut überstanden). An den späteren Nachmittag ging es dann mit einigen Kollegen in die Stadt zum Essen. Bettruhe war dann um 21.00h oertl. Zeit. Das heisst-31Stunden -heller Tag. Als ich Mitternacht kurz aufwachte, war es draußen immer noch hell- unvorstellbar für uns. So hoffe ich doch die Reisestrapazen und die Rhythmusumstellung gut zu verkraften. |