"Einheit in der Vielfalt" - das ist das Profil der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien als eine der größten Kunstuniversitäten der Welt. Das umfangreiche Ausbildungsprogramm dieses Hauses reicht von der Musikausbildung der Instrumentalstudien, der Gesangsausbildung und darstellenden Kunst, über das Schauspiel im Max Reinhardt-Seminar, die Filmakademie, die pädagogischen Studienrichtungen bis zu einer Vielzahl wissenschaftlicher Fächer. Das bietet diese Universität auf höchstem Niveau in einer der attraktivsten Kultur-Städte der Welt, in
Wien. Mit mehr als 3000 Studierenden ist sie die größte Musik-Universität in Österreich.
Die Geschichte der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien:
Schon um 1808 wurde die Einrichtung einer Bildungsstätte für Musik überlegt. Für die 1812 gegründete Gesellschaft der Musikfreunde wurde es zur Hauptaufgabe, diese Überlegungen in die Tat umzusetzen. Im Jahr 1819 wurde mit der Verpflichtung des Geigenprofessors Joseph Böhm der Grundstein für die Institution gelegt und rasch ausgebaut. Selbst kurze Unterbrechungen konnten dem nichts antun, daß bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bereits über 1000 Studierende verzeichnet werden konnten. Mit der Verstaatlichung im Jahr 1909 wurde dieses private Institut in k.k. Akademie für Musik und darstellende Kunst umbenannt und es wurde in Zusammenarbeit mit der Wiener Konzerthausgesellschaft ab 1912 in der Wiener Lisztstraße ein eigenes Gebäude mitsamt einer Probebühne, das heutige Akademietheater, errichtet und im Jänner 1914 bezogen.
Nach dem 1. Weltkrieg ab 1919 als Staatsakademie bezeichnet, wurde die Akademie 1928 durch ein Schauspielseminar, dem Reinhardt-Seminar, und ein Musikpädagogisches Seminar erweitert.
In den Jahren um den 2. Weltkrieg bis 1945 als Reichshochschule geführt, kam es auch hier zum Ausschluß jüdischer Lehrender und Studierender. Ab 1946 in den Rang einer Kunstakademie gekommen, etablierte Walter Kolm-Veltée 1952 einen Sonderlehrgang für Filmgestaltung. 1960 kam eine Filmklasse, die von Hans Winge geführt wurde, dazu. Drei Jahre später wurden die beiden Lehrgänge in die neu gegründete „Abteilung Film und Fernsehen“ zusammengefaßt. Weitere Lehrgänge folgten, und seit 1998 ist diese Abteilung auch als Wiener Filmakademie bekannt.
1970 Umbenennung in Hochschule für Musik und darstellende Kunst und ab 1998 Führung als eigenständige Universität
Das Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien:
Die Anforderungen an die Absolventen werden immer größer. Daher sind die Verantwortlichen der Universität bemüht, das Lehrangebot der ordentlichen Studien, im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten, umfassend und attraktiv zu gestalten. Zur Perfektionierung der Studien und zur Vorbereitung auf das Berufsleben wurden als Erweiterung des Studienangebotes Lehrgänge eingerichtet.
Die ordentlichen Studienmöglichkeiten:
Komposition und Musiktheorie, Dirigieren, Tonmeister
Kirchenmusik
Gesang und Musiktheaterregie
Darstellende Kunst
Instrumentalstudium
Pädagogische Studien
Film und Fernsehen
Doktoratsstudium
Derzeit angebotene Universitätslehrgänge:
Spezifische Lehrgänge umfassen etwa zur Atem-, Stimm- und Bewegungserziehung, Computermusik und elektronische Medien, Musikdramatische Darstellung, Tonsatz nach Heinrich Schenker, Historische Instrumentenpraxis, Elementare Musikpädagogik oder die Internationale Sommerakademie.
Für besonders begabte Kinder und Jugendliche, die für das ordentliche Studium die Altersgrenze noch nicht erreicht haben, bietet die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien zu vielen Studiengängen auch Vorbereitungslehrgänge an. Diese gibt es derzeit in den Bereichen Komposition, Dirigieren, Tonmeisterausbildung, Blas- und Schlaginstrumente, Stimmbildung, Orgel, Klavier, Gesangspädagogik, Kirchenmusik und Streich- und andere Saiteninstrumente.
Zu den Postgradualen Lehrgängen zählen Komposition, Lied und Oratorium, Musikdramatische Darstellung, Musiktheaterrepertoire, Klavier-, Lied- und Kammermusikrepertoire, Kammermusik, Streich- und Saiteninstrumente, Gesang, Blas- und Schlaginstrumente, Tasteninstrumente und Orchesterdirigieren.
Internationales an der Universität für Musik und darstellende Kunst:
Daß Kunst und Wissenschaft in höchstem Maße international sind, ist eine unumstrittene Tatsache. Eine Reihe von Austauschprogrammen, Netzwerken und Partnerschaften bieten Lehrenden wie auch Studierenden viele Möglichkeiten, internationale Vernetzungen entstehen zu lassen und diese zu intensivieren. Für Studierende bieten sich mehrere Formen von Stipendien und Programmen an, verschiedene Förderungszuschüsse und Einzelpartnerschaften gibt es für interessierte Lehrende. Darüber hinaus gibt es immer wieder direkte Unterstützungen für bestimmte Projekte im rahmen der Projektförderung.
Die Universität als Veranstaltungs-Unternehmen:
Rund 950 Veranstaltungen pro Jahr verwaltet die Universität für Musik und darstellende Kunst als Veranstalter und kommt damit einem Großunternehmen auf höchstem Niveau gleich. Das umfangreiche Programm umfaßt Absolventenkonzerte und Klassenabende der einzelnen Instrumental- und Gesangsklassen wie auch Orchesterkonzerte des Universitätsorchesters, die Vorführungen der Studienrichtung Musik- und Bewegungserziehung oder aber auch wissenschaftliche Vorträge und Symposien, oftmals in Kooperation mit außeruniversitären Institutionen, öffentliche Gastkurse und Seminare.
Die von den Opernklassen erarbeiteten musikdramatische Werke werden mitunter auf Tourneen dargeboten. Mit ihren Produktionen gastieren im In- und Ausland die Schauspiel- und Regieklassen des Max Reinhardt Seminars, bei denen namhafte Regisseure und Bühnenbildner mit den Studierenden direkt zusammenarbeiten. Dazu kommen neben dem Internationalen Beethoven-Klavier-Wettbewerb noch rund zehn von der Universität veranstaltete Wettbewerbe und das alle zwei Jahre stattfindende und vielbeachtete Studentenfilmfestival die in den verschiedensten sich bietenden Räumlichkeiten stattfinden.
Dazu gehören die universitätseigenen Säle in den Gebäuden am Anton-von-Webern-Platz und in der Lothringerstraße, auf der Seilerstätte, am Schubertring, am Rennweg, in der Kirche St. Ursula, im Schönbrunner Schloßtheater und im Palais Cumberland. In den letzten Jahren sind die meisten dieser Säle renoviert und technisch modernisiert worden und zählen nunmehr zu den schönsten Kunst-Aufführungsstätten Wiens.
Am Anton-von-Webern Platz Europas wurde 2004 das modernste Filmstudio Europas errichtet, womit die „Filmakademie Wien“, das Institut Film und Fernsehen ihren Studierenden die beste technische Ausrüstung bieten kann, um international bestehen zu können. Der Lohn dafür: immer wieder können sich Studierende der Filmakademie über zahlreiche Preise und Auszeichnungen freuen.
Ein paar Zahlen der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien:
(entnommen aus MDW online)
Nach der aktuelles Statistik für das Wintersemester 2007/08 gab es insgesamt 3169 Studierende, davon etwas mehr als die Hälfte aus Österreich, der überwiegende Anteil der Hörer ist weiblich. In der Reihe der 68 Nationen wird Österreich von Deutschland und Korea sowie Japan gefolgt. Interessant ist das Verhältnis der männlichen Studierenden zu den weiblichen bei den Hörern aus den USA, aus Italien und Ungarn, wo der männliche Anteil entgegen dem Durchschnitt sehr hoch ist, umgekehrt verhält es sich bei den Studierenden aus Niederösterreich, wo der Anteil der weiblichen Studierenden um 127 höher ist als der der männlichen.
Österreichische Studierende aus Wien halten den größten Teil der Studienplätze mit insgesamt 697, davon 399 weiblichen und 298 männlichen Hörern.
Das Bachelorstudium schlossen mit dem Sommersemester 2007 insgesamt 26 Studierende ab, das Masterstudium 10 und das Diplomstudium 12, im 1. Abschnitt 41 und im 2. Abschnitt beim Studium mit drei Abschnitten 13. Das Doktorat schlossen 2 im ersten Abschnitt und 6 im Rigorosum, postgraduale Lehrgänge schlossen 2 Absolventen in Gesang sowie Lied und Oratorium ab.
Um den Studierenden-Nachwuchs braucht einem nicht bange zu sein, es gibt 542 neuzugelassene Studierende, 290 im ordentlichen Studium und 252 im außerordentlichen, wenngleich diese Zahl etwas rückläufig ist.
Die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ist eine von 14
Universitäten in Wien und eine von 34
Universitäten in Österreich.