Der Anstoß zur Ausbildung von Veterinären und Gründung einer eigenen Veterinärschule kam einerseits vom Militär, andererseits aber auch von der Humanmedizin, die in dieser Zeit ebenfalls auch mit der
Bekämpfung der Tierseuchen beschäftigt war.
Kaiserin Maria Theresia ordnete in einem denkwürdigen Handschreiben an den Hofkriegsratpräsidenten, Rudolf Graf Chotek, die Gründung einer „Lehrschule zur Heilung der Viehkrankheiten“ an.
Der Grundgedanke für die Heilung von Tierkrankheiten:
Bereits seit der Antike bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Wissen und die praktische Erfahrung der Heilung kranker Tiere in einer Art Lehre von Erfahrenen an Unerfahrene weitergegeben.
Der schulische Unterricht hat in Frankreich seine Wurzeln, wo in Lyon ab 1762 und Alfort ab 1765 Unterricht über Krankheiten von Tieren eingeführt wurde.
Die Nachricht darüber breitete sich rasch über den gesamten europäischen Raum aus und es kamen zunehmend interessierte Schüler nach Frankreich, um dort Erfahrung zu sammeln und die Basis für die
Gründung von Veterinärschulen im eigenen Land zu erhalten. Der Bedarf an gesunden Tieren, speziell Pferden in der Armee, war ebenso groß wie die Suche nach Behandlungsmöglichkeit der drohenden
Viehseuchen zu dieser Zeit.
Aus der Geschichte der Veterinärmedizinische Universität Wien:
Am 24. März 1765 kam es zur
Der Anstoß zur Ausbildung von Veterinären und Gründung einer eigenen Veterinärschule kam einerseits vom Militär, andererseits aber auch von der Humanmedizin, die in dieser Zeit ebenfalls auch mit der Bekämpfung der Tierseuchen beschäftigt war.
Kaiserin Maria Theresia ordnete in einem denkwürdigen Handschreiben an den Hofkriegsratpräsidenten, Rudolf Graf Chotek, die Gründung einer „Lehrschule zur Heilung der Viehkrankheiten“ an.
Der Grundgedanke für die Heilung von Tierkrankheiten:
Bereits seit der Antike bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Wissen und die praktische Erfahrung der Heilung kranker Tiere in einer Art Lehre von Erfahrenen an Unerfahrene weitergegeben. Der schulische Unterricht hat in Frankreich seine Wurzeln, wo in Lyon ab 1762 und Alfort ab 1765 Unterricht über Krankheiten von Tieren eingeführt wurde.
Die Nachricht darüber breitete sich rasch über den gesamten europäischen Raum aus und es kamen zunehmend interessierte Schüler nach Frankreich, um dort Erfahrung zu sammeln und die Basis für die Gründung von Veterinärschulen im eigenen Land zu erhalten. Der Bedarf an gesunden Tieren, speziell Pferden in der Armee, war ebenso groß wie die Suche nach Behandlungsmöglichkeit der drohenden Viehseuchen zu dieser Zeit.
Aus der Geschichte der Veterinärmedizinische Universität Wien:
Am 24. März 1765 kam es zur Ausstellung der Gründungsurkunde durch Kaiserin Maria Theresia. Es war die Geburtsstunde der „Lehrschule zur Heilung von Viehkrankheiten“ und wurde in
Wien-Wieden als „k.k. Pferde- Curen- und Operationsschule“ bezeichnet. Es war damit die drittälteste Veterinärschule der Welt. Erster Leiter war Ludwig Scotti, der aus Lyon zurückgekehrt war. Von seinem Namen abgeleitet gibt es heute noch den Begriff „Scottische Schule“.
Der 2 Jahre dauernde Unterricht bezog sich, wie auch der gesamte Lehrinhalt, alleine auf das Pferd, beinhaltete aber bereits die Anatomie, die Kennzeichnung und Behandlung von Krankheiten und Operationen.
1806 beauftragte Erzherzog Karl, Sieger in der Schlacht bei Aspern, die Schule zu reorganisieren und hatte darauf fünf Lehrern, darunter zwei Professoren.
1811 drohte die Auflösung der Schule, mitunter wegen des Staatsbankrottes durch die Napoleonischen Kriege ein Jahr später kam es zum Anschluß des Institutes an die
Universität Wien und wurde der Medizinischen Fakultät untergeordnet, was bis 1850 dauerte.
1850 kam es zur Trennung von der Wiener Universität und zwei Jahre später zur Unterstellung durch das Militär als „k.k. Militär- Thierarznei-Institut“, ab 1867 „k.u.k. Militär- Thierarznei-Institut“ und erweckte den Eindruck einer Kaserne, der Schwerpunkt war wieder, aus militärischen Gründen, beim Pferd gelegen.
Tierarzt Dr. med. Moritz Friedrich Röll erreichte als Studiendirektor in seiner 26jährigen Dienstzeit, gegen die Interessen der Militärverwaltung, die fortschreitende Reifung der Schule bis hin zur Hochschule.
Mit einem Entschließung Ende 1896 gab Kaiser Franz Josef die ersehnte Zustimmung zum Hochschulstudienplan. Das Lehrangebot erweiterte sich um viele Fächer und umfaßte um 1910 die folgenden Fächer und Einrichtungen: Anatomie sämtlicher Haustiere, topographische und chirurgische Anatomie, Übungen im Seziersaal, Allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie, pathologische Sektionen, Spezielle medizinische und chirurgische Pathologie und Therapie, Instrumenten- und Verbandlehre, täglicher Besuch der Nachmittagsvisiten an den Kliniken, Pharmakognosie, Rezeptierkunde, Gerichtliche Veterinärkunde und Futterbau.
Gegen Ende des 2. Weltkrieges lag die Hochschule im Bombenhagel und Artilleriebeschuß des Gegners. Etliche Gebäude wurden beschädigt oder völlig zerstört. Im März 1945 wurden einzelne Institute und Kliniken nach Strobl und Schwertberg verlagert. Die noch nicht zerstörten Einrichtungen in
Wien wurden durch die Besatzertruppen zerstört und geplündert, hochschuleigene Rinder und Pferde geschlachtet.
Gemeinschaftlich machten sich Professoren, Studenten und ehemalige Angestellte der vollkommen zerstörten Hochschule an die einzigartige Aufgabe der Aufräumungsarbeiten und der Schaffung von Provisorien. Schritt für Schritt wurden die Baulichkeiten wieder hergestellt und der Betrieb begann langsam wieder anzulaufen.
Der Dank für diese Initiativen ließ nicht lange auf sich warten, der wissenschaftliche Aufschwung erhielt 1957 einen starken Akzent, als die Übergabe eines landwirtschaftlichen Gutes im Bezirk Baden an die Hochschule erfolgte und es findet heute noch als Lehr- und Forschungsgut Verwendung.
1990 wurde mit dem Bau vollkommen neuer Räumlichkeiten für die mittlerweile wieder einmal umbenannte Veterinärmedizinische Universität am heutigen Standort im
21. Wiener Gemeindebezirk begonnen und es dauerte 5 Jahre bis zum Bezug.
Die Organisation „Veterinärmedizinische Universität“ heute:
Seit 2004 gliedern sich die bisherigen Institute und Kliniken der Veterinärmedizinische Universität in
7 Departments und 2 Forschungsinstitute, das sind:
Department für Naturwissenschaften
Department für Pathobiologie
Department für öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin
Klinisches Department für Nutztiere und Bestandsbetreuung
Klinisches Department für Kleintiere und Pferde
Klinisches Department für Tierzucht und Reproduktion
Klinisches Department für Bildgebende Diagnostik, Infektions- und Laboratoriumsmedizin
Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie
Forschungsinstitut für Virologie und Biomedizin
Als Studienrichtungen können eingeschlagen werden:
Biomedizin & Biotechnologie, Pferdewissenschaften, Veterinärmedizin als Diplomstudium, Veterinärmedizin als Doktorat sowie PhD Study Programme.
Diplomstudienmöglichkeiten in den Bereichen: Doktoratsstudium der Veterinärmedizin, PhD-Studium und Diplomstudium Veterinärmedizin; Bakkalaureatsstudien in Pferdewissenschaften sowie Biomedizin und Biotechnologie; als Magisterstudium können Interessierte Biomedizin und Biotechnologie einschlagen.
vetOMICS - das Technologiezentrum der VUW:
Zur gemeinsamen Nutzung gedacht ist das vetOMICS Center der Veterinärmedizinischen Universität Wien, die Wissenschaftlern der Universität und ihren Kooperationspartnern hochwertige Techniken und Geräte zu niedrigeren Kosten und höherer wissenschaftlicher Qualität zur Verfügung stellen soll. Den derzeit verfügbaren Technologien Transcriptomics und Metabolomics werden weitere Technologien auf den Gebieten weiterer RNA-Profiling-Methoden, Proteomics und Analytische Toxikologie folgen.
Das Lehr- und Forschungsgut:
Seit 1957 zur VUW gehörend, ist das Gut eine nicht mehr wegzudenkende Ergänzung zum Tierspital des Campus und als praxisnaher Betrieb der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung. Südlich von Wien, im
Bezirk Baden gelegen, gehören heute 4 Höfe zum Lehr- und Forschungsgut, auf denen verschiedene Nutztierarten gehalten werden. In veterinärmedizinisch relevanter Ausbildung erhalten hier Studenten tiefen Einblick in verschiedene Produktionsverfahren. Erfahrene Tierärzte vermitteln im Kleingruppenunterricht jenes Wissen, das hochqualitative, kompetente Absolventen hervorbringen soll. Eine Mobilklinik dient darüber hinaus der ambulanten Betreuung der Nutztiere außerhalb des LFG und ist damit eine weitere wichtige Bereicherung der klinischen Ausbildung.
Der Hauptsitz des Lehr- und Forschungsgut befindet sich am Hof Kremesberg. Hier befinden sich auch die Gutsverwaltung, das Bildungszentrum, Wohnhäuser für Mitarbeiter und Studenten, der Maschinenpark, Werkstätten und die Futtermischanlage. Am Milchproduktionsbetrieb werden rund 400 Tonnen Milch produziert, nahezu 80 Kälber geboren und fast 100 ha Grünland bewirtschaftet.
Am Hof Medau befindet sich die Schweinezuchtanlage mit rund 50 Edelsauen. Hier lernen Studenten die veterinärmedizinischen Routinetätigkeiten in Prophylaxe und Therapie unter praxisnahen Verhältnissen.
Am Hof Medau befindet sich auch die Anlage für kleine Wiederkäuer. Dieser neu errichtete Außenklimastall bietet Platz für etwa 120 Tiere, die ganzjährig Zugang auf befestigte Ausläufe haben, die zu großen Koppeln führen. Zusätzlich zur klinischen Ausbildung gibt es für interessierte Studenten hier die Möglichkeit zum Besuch von Kursen zur Schafschur- und Klauenpflege.
Der auf 650 Metern Seehöhe gelegene Hof Rehgras liegt in einem reinen Grünlandgebiet. Das weibliche Jungvieh wird hier ab dem dritten Lebensmonat gehalten, rund 60 Kalbinnen verbringen hier alljährlich den Sommer im Liegeboxenlaufstall mit Weidegang. Außerdem gibt es auf diesem Hof an die 20 Haflingerstuten, die den Sommer am Rehgras verbringen.
Als Forschungsstation funktioniert der Haidlhof, ein 400 Jahre alter Vierkanthof. Schwerpunktmäßig werden hier Verhaltensstudien an der Pinzgauer Mutterkuhherd durchgeführt und Fragen der Physiologie des Vitaminhaushaltes an einer Schweineherde studiert.
Das Tierspital der Veterinärmedizinische Universität:
Das Betreiben des Tierspitals geschieht primär als universitäre Überweisungsklinik für praktische Tierärzte und Tierkliniken, doch kann darüber hinaus jeder Tierbesitzer die Leistungen des Tierspitals nutzen und in Anspruch nehmen. Das Tierspital ist ganzjährig rund um die Uhr geöffnet. Die unterschiedlichen Spezialambulanzen bieten hochspezifizierte Leistungen an, die dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechen.
Die Bereiche Kardiologie, Dermatologie, Neurologie, Onkologie, Gastroenterologie, Augenstation und Zahnstation gehören heute wie Verfahren der computertomografischen Untersuchungen beim Klein- und beim Großtier zur klinischen Routine. Die Notambulanz für Heim- und Kleintiere steht rund um die Uhr zur Verfügung und ist unter der Notrufnummer
+43(0) 1 / 25077 5555 Montag bis Freitag von 19 – 8 Uhr, und an Samstagen, Sonn- und Feiertags von 0 – 24 Uhr erreichbar.
Die Veterinärmedizinische Universität Wien ist eine von 14
Universitäten in Wien und eine von 34
Universitäten in Österreich.