Reich an Namen und Fakten aus der Geschichte, bietet die Universität für angewandte Kunst Wien eine ungewöhnlich breite Palette an Studienrichtungen, die nunmehr von rund 1800 Studenten genutzt wird. Das Oskar Kokoschka-Zentrum und die Universitätsbibliothek bereichern das Angebot von Universitätseinrichtungen hier in
Wien.
Auszug aus der Geschichte der Universität für angewandte Kunst Wien:
Bereits im März 1863 kam es zur Gründung des „Österreichischen Museums“ durch Kaiser Franz Joseph und starker Initiative seines Bruders Erzherzog Rainer. Offiziell als „k.k. Österreichisches Museum für Kunst und Industrie“ bezeichnet, erster Direktor wird Rudolf von Eitelberger, damals Professor für Kunstgeschichte an der
Universität Wien, dessen langjährige Bemühungen in der Gründung dieser Institution fruchteten.
In den wesentlichen Zügen dem Vorbild des 1852 gegründeten „South Kensington Museum“ (heute das Victoria & Albert Museum) in London folgend, sollte es als Vorbildersammlung für Künstler, Industrielle und Publikum sein und als Aus- und Weiterbildungsstätte für Entwerfer und Handwerker dienen. Zwischen 1866-1871 wurde ein neuer Bau am Stubenring 5, nach Plänen von Heinrich Ferstel im Renaissancestil errichtet. Es war damit der erste Museumsbau am Ring.
1867 erfolgte die Gründung der „k.k. Kunstgewerbeschule des k.k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie“. Es war die Geburtsstunde der heutigen Universität für angewandte Kunst.
1868 Eröffnung der „Kunstgewerbeschule“ in der ehemaligen Gewehrfabrik in der Währinger Straße, womit die theoretische und die praktische Ausbildung vereint wurden. Es erfolgte eine strikte räumliche und institutionelle Trennung von künstlerischer und kunstgewerblicher Ausbildung.
Am 15. November 1871 wird das neue „Österreichisches Museum für Kunst und Industrie“ am Stubenring eröffnet und es können die Objekte permanent und nach Materialschwerpunkten gegliedert postiert werden. Auch zieht die Kunstgewerbeschule in dieses Haus ein. Zwischen 1875-1877 erfolgt die Errichtung eines Neubaus am Stubenring, der 1877 eröffnet wird.
1897 übernimmt der bisherige Direktor des „k. k. Orientalischen Museums“, dem späteren Handelsmuseum, Arthur von Scala, die Leitung des Museums für Kunst und Industrie und gewinnt mit Otto Wagner, Felician von Myrbach, Josef Hoffmann, Koloman Moser und Alfred Roller wichtige Mitarbeiter des Museums und der Kunstgewerbeschule.
Bereits ein Jahr später, 1898, kam es wegen Auseinandersetzungen zwischen Scala und dem 1884 gegründeten Kunstgewerbeverein, da dieser seinen Einfluß auf das Museum zusehends schwinden sieht, zur Niederlegung des Amtes als Protektor von Erzherzog Rainer. Neue Statuten werden verfaßt. 1906-1908 kommt es zum Museums-Erweiterungsbau von Ludwig Baumann. in der Weiskirchnerstraße, 1909 zu dessen Eröffnung und zur Trennung von Kunstgewerbeschule und Museum.
In den Jahren 1919 bis 1971 kommt es zu vielfachen Umbenennungen und ständigem Wandel von Bundeslehranstalt über Reichshochschule bis Akademie.
Im Oktober 1998 wird die „Hochschule für angewandte Kunst“ zur „Universität für angewandte Kunst Wien“ mit dem Standort im
1. Wiener Gemeindebezirk. Die Anpassung an das neue Organisationsrecht (KUOG) erfolgt.
Die Universität für angewandte Kunst Wien in der Gegenwart:
An der Universität für angewandte Kunst studieren mittlerweile mehr als 1800 Studentinnen und Studenten aus Österreich sowie dem europäischen und außereuropäischen Ausland. Das Angebot der Studienrichtungen, das hier angeboten wird, ist ungewöhnlich groß und umfaßt Architektur, Bildende Kunst mit Malerei, Grafik, Bildhauerei, Fotografie und Keramik, Bühnengestaltung, Design mit Mode, Grafik Design, Grafik und Werbung sowie Landschaftsdesign, Industrial Design, Mediengestaltung mit Medienübergreifender Kunst und Digitale Kunst, Konservierung und Restaurierung und dem Lehramtsstudium für die künstlerischen Unterrichtsfächer Bildnerische Erziehung, Textiles Gestalten sowie Werkerziehung. Diese einzigartige Vielfalt der hier vertretenen künstlerischen Disziplinen, die durch eine hohe Zahl von wissenschaftlichen Fächern ergänzt werden, trägt sicher auch zu der besonderen Atmosphäre, die an der Angewandten herrscht, bei.
Das Grundkonzept der Universität für angewandte Kunst Wien:
Die Idee lebt an der Universität für angewandte Kunst! Das Grundkonzept der Universität sieht sich als besondere Stätte kritischer Reflexion eigenen Denkens und Tuns. Als Ort, an dem Fragen wichtiger sind als Patentrezepte. Das Studium an der Angewandten beschränkt sich keineswegs auf die reine Vermittlung künstlerischer Techniken und Fertigkeiten. Die Entwicklung der individuellen künstlerischen Kreativität sowie die Reflexion des künstlerischen Schaffens an Hand von Theorien und Konzepten stehen im Zentrum des Studiums. Die Studierenden an der Universität für angewandte Kunst erlernen und erleben Kunst nicht als Selbstzweck, sondern ganz entscheidend auch als Ausgangspunkt und Medium zur Kommunikation, bei der auch die Analyse der Bedeutung und der Wirkungsparameter von Kunst im gesellschaftlichen Umfeld einen wichtigen und festen Platz einnimmt.
Die Ermutigung zur Entwicklung kreativer Visionen und die Ermöglichung künstlerischer Experimente bei gleichzeitiger Bekenntnis zur technischen Exzellenz und konzeptiver Brillanz sind die Grundelemente des Qualitätsanspruches, den die Angewandte an Lehrer und Studierende gleichermaßen stellt. Sie versteht sich auch als Stätte einer freien künstlerischen und wissenschaftlichen Artikulation, als besonderer Ort des offenen Disputs und als Entwicklungslabor künstlerischer Visionen, die in der Gesellschaft der Zukunft ihre Wirkung entfalten können. Der Anspruch der Universität für angewandte Kunst Wien, eine der besten Kunstschulen der Welt zu sein und zu bleiben, ist untrennbar mit der konsequenten Arbeit an der permanenten Weiterentwicklung unserer Qualitätsstandards und der steten Erneuerung des kreativen Potentials verbunden sowie am kompromißlosen Eintreten für die Freiheit der Kunst und der Wissenschaft.
Die Institute an der Universität für angewandte Kunst Wien:
Architektur
Design
Kunstwissenschaften, Kunstpädagogik und Kunstvermittlung
Bildende und Mediale Kunst
Kunst und Technologie
Konservierung und Restaurierung
Zentrum für Kunst- und Wissenstransfer
mit den
Diplomstudien (Mag. arch, Mag art.):
Architektur und Industrial Design je 10 Semester, Bildende Kunst in den Studienzweigen Bildhauerei, Grafik, Malerei, Keramik, Fotografie 8 Semester, Bühnen- und Filmgestaltung 8 Semester, Design mit den Studienzweigen Grafik Design, Grafik und Werbung, Landschaftsdesign und Mode 8 Semester, Konservierung und Restaurierung 10 Semester, Mediengestaltung mit den Studienzweigen Medienübergreifende Kunst und Digitale Kunst 8 Semester, und das Lehramtsstudium für die künstlerischen Unterrichtsfächer Bildnerische Erziehung, Textiles Gestalten und Werkerziehung 9 Semester,
dem
Doktoratsstudien Doktorat Dr. phil., Dr. rer. nat., Dr. techn. 4 Semester,
und den
Post Graduate Studies Art & Economy 4 Semester, Exhibition and Cultural Communication Management 4 Semester und seit Oktober 2005 Urban Strategies 3 Semester.
Forschungsprojekte an der Universität für angewandte Kunst Wien:
Die Liste der laufenden Projekte hat eine stattliche Länge und beinhaltet unter vielen anderen eine Forschungsreise in den indischen Himalaja oder die Eingerüstung der Fassade am Zwischentrakt der Angewandten für eine Diplomarbeit.
Besondere Universitätseinrichtungen:
Dazu zählen die Sammlungen und Oskar Kokoschka-Zentrum, die Universitätsbibliothek sowie Die Angewandte Continuing Education GmbH, die als Plattform für die postgraduale Weiterbildung gegründet wurde und sich als Anbieter von postgradualen Lehrgängen und Weiterbildungsveranstaltungen, im Besonderen des Universitätslehrgangs Urban Strategies, sieht.
Die Universität für angewandte Kunst Wien ist eine von 14
Universitäten in Wien und eine von 34
Universitäten in Österreich.