Seit Jahrhunderten spielt die Akademie der bildenden Künste
Wien eine Schlüsselrolle für die Kunst und Kultur in Österreich. Bis heute haben bedeutende
Absolventinnen und Absolventen maßgeblich zur Entwicklung von Architektur und Kunst beigetragen. Mit dem Gründungsjahr 1692 ist die Akademie der bildenden Künste Wien damit eine der ältesten
Kunstakademien in Europa.
Aus der Geschichte der Akademie der bildenden Künste Wien:
Als Privatakademie des Hofkammermalers Peter Strudel (1660-1714) wurde die Wiener Kunstakademie nach dem Vorbild der Accademia di San Luca und der Pariser "Academie Royale" 1692 gegründet. Peter
Strudel 1701 wird zum Reichsfreiherrn ernannt. Nach dessen Tod 1714 wird die Tätigkeit der Akademie vorläufig beendet, elf Jahre später, 1725, erfolgt die Neugründung mit der Bestellung von Jacob van
Schuppen zum neuen Präfekten und Direktor der Akademie durch Kaiser Karl VI als „K.k. Hofakademie der Maler, Bildhauer und Baukunst“.
Die Aufgaben waren nach den Statuten der Pariser Akademie festgelegt: Pflege und Lehre der Malerei, Bildhauerei, Architektur und Kupferstecherkunst.
Das rasche Wachstum der Akademie in den Jahren bis etwa 1742 hatte eine räumliche Ausdehnung zur Folge und es wurden verschiedene Quartiere adaptiert. Nach einem Statut Maria Theresias aus 1751
obliegt die Leitung dem Protektor, das Personal besteht aus Rektor, Assessoren,
Seit Jahrhunderten spielt die Akademie der bildenden Künste
Wien eine Schlüsselrolle für die Kunst und Kultur in Österreich. Bis heute haben bedeutende Absolventinnen und Absolventen maßgeblich zur Entwicklung von Architektur und Kunst beigetragen. Mit dem Gründungsjahr 1692 ist die Akademie der bildenden Künste Wien damit eine der ältesten Kunstakademien in Europa.
Aus der Geschichte der Akademie der bildenden Künste Wien:
Als Privatakademie des Hofkammermalers Peter Strudel (1660-1714) wurde die Wiener Kunstakademie nach dem Vorbild der Accademia di San Luca und der Pariser "Academie Royale" 1692 gegründet. Peter Strudel 1701 wird zum Reichsfreiherrn ernannt. Nach dessen Tod 1714 wird die Tätigkeit der Akademie vorläufig beendet, elf Jahre später, 1725, erfolgt die Neugründung mit der Bestellung von Jacob van Schuppen zum neuen Präfekten und Direktor der Akademie durch Kaiser Karl VI als „K.k. Hofakademie der Maler, Bildhauer und Baukunst“.
Die Aufgaben waren nach den Statuten der Pariser Akademie festgelegt: Pflege und Lehre der Malerei, Bildhauerei, Architektur und Kupferstecherkunst.
Das rasche Wachstum der Akademie in den Jahren bis etwa 1742 hatte eine räumliche Ausdehnung zur Folge und es wurden verschiedene Quartiere adaptiert. Nach einem Statut Maria Theresias aus 1751 obliegt die Leitung dem Protektor, das Personal besteht aus Rektor, Assessoren, Sekretär und Professoren, die Einrichtung eines Archivs wird begonnen.
1766 erhält Jakob Mathias Schmutzer von Kaiserin Maria Theresia die Genehmigung für eine Kupferstecherakademie, die damit eine Konkurrenz zur alten Hofakademie bedeutet Mit der 1772 eingeführten neuen Organisationsstruktur werden alle bestehenden Kunstlehranstalten auf Betreiben des Protektors Kaunitz zur "k.k. vereinigten Akademie der bildenden Künste" zusammengeschlossen und 1786 in das St. Anna-Gebäude umgesiedelt. Zur Jahrhundertwende 1800 hält ein Statur fest, daß die Akademie sowohl Kunstschule wie auch Kunstgesellschaft ist. An die Stelle des Rektors tritt der dem kaiserlichen Kurator unterstellte Präses, 1812 führt die Institution die Bezeichnung "Akademie der vereinigten bildenden Künste" und wird die höchste Kunstbehörde.
Im Revolutionsjahr 1848 kommt es auch hier zu massiven Einschränkung im Lehrbetrieb, das k.k. Ministeriums für Unterricht wird gegründet und der Akademie vorgesetzt. Nach einem neuen Statut ernennt der Kaiser 1865 die Professoren. Sitzungsprotokolle müssen vorgelegt werden, an der Spitze der Akademie steht ein Präsident, der auf jeweils drei Jahre gewählt wird. In Verbindung mit dem Bau der Ringstraße wird 1871 der Neubau der Akademie genehmigt. Die Pläne für diese Vorhaben stammen von Theophil Hansen (1813-1891), dem Leiter einer Spezialschule für Architektur an der Akademie. Die Bauarbeiten auf dem Kalkmarkt (heute Schillerplatz) verschlingen 1,200.000 Gulden und dauern bis 1877.
Am 1. April dieses Jahres wird die k.k. Akademie der bildenden Künste in Wien im Rahmen einer historischen Kunstausstellung mit ausgewählten Werken aus der Zeit der Gründung bis zur Gegenwart feierlich eröffnet. Pläne Otto Wagners für einen Neubau der Akademie auf der Schmelz fanden keine Verwendung. Mit dem Wintersemester 1920/21 wird vom Staatsamt die Zulassung von Frauen und Mädchen zum Akademiestudium genehmigt.
In den Wirren ab 1938 kommt es zur Unterbrechung des Unterrichts für einige Tage, die Autonomie geht verloren, der Unterricht wird während des 2. Weltkrieges unter beträchtlichen Einschränkungen weitergeführt. Durch Fliegerbomben wurden viele Kunstschätze in der angeschlossenen Gemäldegalerie zerstört. Vor Kriegsende noch wird 1944 die Akademie wird der Philosophischen Fakultät unterstellt und Alexander Popp die Leitung übertragen. Am 23. April 1945 beginnt wieder der Unterricht in bescheidenem Ausmaß, Herbert Boeckl übernimmt die Geschäfte des Rektors.
Das Staatsvertragsjahr 1955 bringt für die Akademie in Form des Akademieorganisationsgesetzes neue gesetzliche Grundlagen, die Selbstständigkeit der Akademie wird neuerlich bestätigt und die Meisterschulen durch eine Reihe von neuen Instituten ergänzt. Die Akademie erhält 1988 als letzte österreichische Hochschule eine Organisationsform. Unter Beibehaltung des Meisterschulprinzips und des traditionsreichen Namens wird den Professoren, den übrigen Hochschullehrern und den Studenten eine gemeinsame Verantwortung übertragen.
1996 wird das ehemalige Bundestheater-Dekorationsdepot, das Atelierhaus, nach seiner Revitalisierung durch Carl Pruscha von den Meisterschulen für Malerei und für Bühnengestaltung bezogen und das Atelier für neue Medien und die Glyptothek eingerichtet.
Unter Beibehaltung ihres Namens wird die Akademie der bildenden Künste Wien mit 1. Oktober 1998 zur Universität. Schrittweise werden die notwendigen Maßnahmen zur Anpassung an das neue Organisationsrecht (KUOG) und zur Umsetzung des neuen Organisations- und Studienrechts gesetzt. 2003 kommt es zu einer Neuorientierung im Bereich der Bildenden Kunst: Die Verabschiedung vom alten Meisterschulprinzipmuß erfolgen, um einem medienübergreifenden Kunstbegriff Platz zu machen. Die neue Struktur folgt einem modular aufgebauten, integrativen Kunstbegriff, der es den Studierenden ermöglichen soll, auf ihre Interessen flexibel zu reagieren. Die mit diesem Kunstbegriff einhergehende Abstraktion erforderte aber auch eine Aufwertung der Vermittlung wissenschaftlicher und theoretischer Kenntnisse sowie eine erste Ausrichtung auf Forschungsfelder, die sie für die Akademie in diesen Bereichen Neuland darstellte.
Im Jahre 2004 wurde die Akademie nicht nur strukturell umgestellt, sondern es bot sich darüber hinaus die Möglichkeit, neuen Perspektiven im Sinne einer längerfristigen und expliziten Entwicklungsplanung darzustellen. Dieser Entwicklungsplan, ein „Weg zu einer zeitgenössischen Kunstuniversität“, wurde dem Universitätsrat von Rektor Stephan Schmidt-Wulffen vorgelegt und im März 2005 genehmigt. 2007 wurde Rektor Stephan Schmidt-Wulffen für eine weitere Amtsperiode von vier Jahren wiederbestellt.
Institute an der Akademie der bildenden Künste Wien:
Bildende Kunst
Konservierung, Restaurierung
Künstlerisches Lehramt
Kunst und Architektur
Kunst und Kulturwissenschaften
Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst
Studienrichtungen an der Akademie der bildenden Künste Wien:
Architektur
Bildende Kunst
Bühnengestaltung
Konservierung und Restaurierung
Künstlerisches Lehramt
Doktoratsstudium der Philosophie
Doktoratsstudium der technischen Wissenschaften
Doktoratsstudium der Naturwissenschaften
Einrichtungen an der Akademie der bildenden Künste Wien:
Die
Universitätsbibliothek mit Lesesaal, wurde bis 2003 gemeinsam mit dem Kupferstichkabinett geführt ist es seither eine eigene Organisationseinheit. Sie umfaßt rund 136.000 Bände, ist damit eine der größten Bibliotheken für Kunst und Architektur in Österreich und deckt alle Bereiche der Kunst ab.
Das
Universitätsarchiv mit einem fast lückenlos bis 1726 zurückreichenden Aktenbestand, der zumeist aus Verwaltungsakten und Schülerevidenzen besteht. Außerdem gibt es hier eine ganze Reihe von Sonderbeständen wie Bauakten, Altinventare und Statuten.
Das
Kupferstichkabinett mit einem Bestand von rund 40.000 Zeichnungen, 100.000 Druckgrafiken und fast 20.000 Fotografien spiegeln die mehr als 300 Jahre dauernde Lehrtätigkeit wider. Lange Zeit nur Forschern gekannt und nur Mitgliedern der Akademie zugänglich, wurde diese Lehrsammlung erst mit der Übersiedlung in den Akademiehof 1997 wurde ein regulärer Ausstellungsbetrieb möglich. Die Sammlung ist seit 2005 temporär gelagert und bis zur Eröffnung des Studiensaals in der Albertina geschlossen.
Die
Gemäldegalerie, einst als „Gräflich Lambergsche Gemäldegalerie an der Akademie“ eingerichtet, ist sie die älteste öffentlich zugängliche Bildergalerie Wiens. Über 250 Gemälde berühmter Meister wie Rembrandt, Rubens, Tizian oder Murillo umfaßt diese Schausammlung im 1. Stock am Wiener Schillerplatz 3, die täglich, außer Montags, besichtigt werden kann.
Die Akademie der bildenden Künste Wien ist eine von 14
Universitäten in Wien und 34
Universitäten in Österreich.