Innsbruck, die Studierendenstadt mit über 20.000 Studierenden jährlich, ist der Ort, der Talente zur Entfaltung bringt. So heißt eine der Parolen in Bezug auf diese Universität, die sich wahrlich an einem der schönsten Plätze der Welt befindet. Das definierte Ziel ist die optimale fachliche und persönliche Vorbereitung auf einen erfolgreichen Berufseinstieg. Das erworbene Universitätsdiplom öffnet ein breites Spektrum an Betätigungsbereichen in Wirtschaft, Wissenschaft, Technik, Politik und Gesellschaft.
Der Ursprung der Universität Innsbruck:
1669 wurde die Universität Innsbruck aus dem Jesuitengymnasium durch Leopold I. gegründet und noch im gleichen Jahr der Lehrbetrieb durch die Jesuiten aufgenommen. Die erste Fakultät ist die Philosophische Fakultät, der erste Universitätskurs wurde im Fach Logik durchgeführt, ein Jahr später, 1670 nehmen die Theologische und die Juristische Fakultät ihren Betrieb auf. 1674 wird die Medizinische Fakultät eine der vier Gründungsfakultäten unter dem Leiter Gaudenz von Sala, 1687 wird Rechtsprofessor Sebastian Mayr zum ersten Rektor aus dem Kreis der Professoren ernannt. Als Reaktion auf die wissenschaftlich aufblühenden protestantischen Hochschulen wurde Innsbruck besonders gefördert und erhielt durch Papst Innozenz XI. im Jahr 1677 die volle Rechtsgültigkeit und stellte damit ein katholisches Bollwerk zwischen Deutschland und Italien dar. Doch etwas mehr als 100 Jahre später stufte Kaiser Karl II. 1781 die Universität Innsbruck zu einem Lyzeum herab. Die Wiedereinrichtung erfolgte wenige Jahre später, 1792 durch Leopold II.
Am Tiroler Freiheitskampf 1809 beteiligen sich auch Studentenkompanien, dem folgt die Aufhebung der Universität Innsbruck ein Jahr später und erst 1826 kommt es zur Neugründung durch Franz I. und die Universität erhält den Namen ihrer beiden Gründer: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Bis 1848 wird der gesamte Universitätsbetrieb durch Studiendirektoren staatlich gelenkt. Davon betroffen sind Studien, Vorlesungen und die Besetzung von Lehrstühlen. Erst danach erhält die Universität Innsbruck wieder mehr Lehr- und Lernfreiheit durch die große österreichische Universitätsreform 1848/49 sowie erweiterte Autonomie. Knapp einhundert Jahre später wird die Universität Innsbruck unter dem NS-Regime „Deutsche Alpenuniversität“ und nach Kriegsende wieder „Universität Innsbruck“ unter dem ersten Rektor Karl Brunner.
Die Universität Innsbruck nach 1945:
Die Entwicklung der Universität Innsbruck schritt von da an rasch vorwärts und sie entwickelte sich zur Landesuniversität für Tirol, Südtirol, Vorarlberg und das Fürstentum Liechtenstein. 1969 wird die Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur gegründet. Besonderer Betreiber dafür war Eduard Wallnöfer (1913 – 1989), Langzeit-Landeshauptmann von Tirol von 1963 bis 1987. Eine der vielen Hochschulreformen brachte in den Jahren 1975 und 1976 die Aufsplitterung der Philosophischen Fakultät in eine Geistes- und in eine Naturwissenschaftliche Fakultät. Es erfolgte auch die Gründung der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen und er Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Als Nachfolger der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät. Das Universitätsorganisationsgesetz brachte für die Universität Innsbruck die Teilrechtsfähigkeit und durch das Universitätsgesetz 2002 die Autonomie der Österreichischen Universitäten. Mit Jahresbeginn 2004 wurde die Medizinische Fakultät ausgegliedert und als Medizinische Universität Innsbruck als eigenständige Universität weitergeführt.
Die Fakultäten der Universität Innsbruck:
Im Jahr 2004 wurden die bis dahin bestehenden sieben Fakultäten auf 15 kleinere Fakultäten erhöht, die dadurch aber fokussierter agieren können. Das Bestreben, überschaubare, effiziente und homogene Organisationseinheiten für Forschung und Lehre zu schaffen, hatte Priorität, die Bestellung von Dekanen an den einzelnen Fakultäten erfolgt auf Vorschlag der Professoren nach öffentlichen Hearings. Man erreichte damit den Rückhalt in der Fakultät und genießt das Vertrauen des Rektorats. An den 15 Fakultäten werden an die 100 Forschungsinstitute unterhalten.
Derzeit gibt es an der Universität folgende Fakultäten für:
Architektur
Bauingenieurwissenschaften
Betriebswirtschaft
Bildungswissenschaften
Biologie
Chemie und Pharmazie
Geo- und Atmosphärenwissenschaften
Mathematik, Informatik und Physik
Politikwissenschaft und Soziologie
Psychologie und Sportwissenschaft
Volkswirtschaft und Statistik
Katholisch-Theologische Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät,
Philosophisch-Historische Fakultät,
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Das Universitätszentrum Obergurgl:
Mehr als 50 Jahre Forschungstradition hat die Alpine Forschungsstelle
Obergurgl (AFO) und bietet für die wissenschaftliche Forschung idealste Rahmenbedingungen im Höhenbereich bis über 3000 Metern Seehöhe reichend. Kurse und universitäre Lehrgänge, großteils im Bereich des
Hochgebirges, befassen sich mit dem Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen, der Glaziologie und dem Klimawandel, der Siedlungsgeschichte sowie der Höhen- und Sportmedizin. Diese Kombination bietet beste Voraussetzung für Gastforscher und Studierende, die Forschung und Lehre mit der Geländeerfahrung zu verbinden. Einzigartige Gegebenheiten durch das Ruhegebiet „Ötztaler Alpen“ sowie der „Gurgler Klamm“ repräsentieren artenreiche Gebirgslandschaften, Zirbenwälder und verschiedenstartige Hochmoore. Eigens definierte Bestimmungen stellen Teile dieser Landschaften, Gletschervorfelder und Zentralalpengipfel, unter besonderen Schutz. Von der Universität Innsbruck seit 2000 verwaltet, steht das Universitätszentrum auch für Tagungen zur Verfügung. Vor Ort gibt es u. a. vier adaptierte Räume für Gruppen von 10 bis 135 Personen, modernste Kommunikationstechnik und verschiedene Labors.
Früher einmal als Bundessportheim genutzt und bekannt, genießt das Universitätszentrum Obergurgl heute als Ausbildungsstätte verschiedenster Sportarten in Kooperation des Universitätssportinstituts und dem Land Tirol im Sommer wie auch im Winter einen ausgezeichneten Ruf.
Besondere Einrichtungen der Universität Innsbruck:
Nicht nur das erwähnte Universitätszentrum Obergurgl zählt zu den besonderen Einrichtungen der Universität Innsbruck. Es gibt daneben spezielle Dienstleistungseinrichtungen im Bereich Forschung, Lehre und Verwaltung. Damit werden die Organisationseinheiten ergänzt und das Leistungszentrum erweitert. Zu diesen Einrichtungen zählen das
Archiv für Baukunst, das Brenner-Archiv, die Christian-Doppler-Labore, das „Digital Enterprise Research Institut“ DERI, das Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik, das Internationale Sprachzentrum ISI, die Universitätsbibliothek, die Universitätsmusik mit Orchester, Chor und Big-Band und das Universitäts-Sportinstitut USI.
Die Projektentwicklung an der Universität Innsbruck:
Dazu eingerichtet ist das
psb, das „projekt.service.büro“, welches Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Innsbruck in spezifischen Belangen unterstützt. Dazu zählt die Entwicklung von Projektkonzepten, die Auswahl passender Förderungsmöglichkeiten, das Verfassen und Einreichen von Projektanträgen, die Sicherung und Verwertung von geistigem Eigentum, die Durchführung und Verwaltung von Projekten, hilft bei der Antragstellung für Aufenthaltsbewilligungen ausländischer Projektmitarbeiter sowie bei GVO - Tierversuchsanträgen (GVO = Gentechnisch veränderte Organismen).
Das Team dieser Einrichtung ist auch selbst in koordinierender Form an mehreren nationalen und internationalen Projekten tätig und nutzt die gewonnenen umfassenden Erfahrungen beim Management von Forschungsprojekten. Eine der Kernaufgabe bildet dabei die Sicherung und Verwertung geistigen Eigentums wie auch die Überprüfung der einzureichenden Anträge auf Erfüllung der inhaltlichen und formalen Richtlinien.
Ein paar Zahlen aus der Universität Innsbruck:
Aus dem Berichtsjahr 2005 entnommen, hatte die Universität Innsbruck einen Gesamt-Personalstand von über 3200 Mitarbeitern, davon 2400 Lehrende, die für den reibungslosen Ablauf des Studienbetriebes mit über 20000 Studierenden sorgten. Fast drei Viertel der Studierenden sind Inländer, das restliche Viertel belegen fast ausschließlich von anderen EU-Staatsbürgern belegt. Einen fast verschwindender Teil machen Wißbegierige aus Drittländern aus. Im Berichtsjahr waren 2444 Absolventen, die zum Großteil mit dem Diplom (2019) abschlossen, Bakkalaureat 156, Magister 14 und Doktorat 255. Das Angebot umfaßt über 7000 Lehrveranstaltungen. Die Universitätsbibliothek umfaßt einen Gesamtbestand von weit über 3 Millionen Bände, fast 90000 Kunden nützten dieses Angebot.
Die Universität für alle:
Die Universität setzt starke Akzente in gesellschaftliche Verknüpfungen und den lebendigen Austausch von Wissenschaft und Öffentlichkeit. Akademische und soziale Werte sind die Grundlage des gesellschaftlichen Beitrags dieser Bildungseinrichtung. Zu diesen Akzenten zählt die Universitätspfarre, die Universitätsmusik, die Initiative FIT - Frauen in die Technik, der Einrichtung Kinderbüro, das Projekt Junge Uni, die Einrichtung „
Grüne Schule“, das Archiv für Baukunst oder der Ausstellungsraum im Eingangsbereich der geisteswissenschaftlichen Fakultät sowie der
Botanische Garten der Universität mit über 5000 verschiedenen Pflanzen.
Die Universität Innsbruck in der Zukunft:
Mit der Einführung und Umsetzung des Universitätsgesetzes 2002, bekamen die Universitäten in Österreich wertvolle Autonomiespielräume, die es umzusetzen gilt in den Bereichen Organisation, Personal und Finanzen. In der Universität Innsbruck werden diese Entwicklungen als einzigartige Chance genutzt und es werden unverwechselbare und wettbewerbsfähige Profile in der nationalen und internationalen Hochschullandschaft weiterentwickelt und aktiv genutzt.
Die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck ist eine von 3
Universitäten in Tirol und eine von 34
Universitäten in Österreich.