Als ehemalige Medizinischen Fakultät der
Karl-Franzens-Universität Graz ist die Medizinische Universität Graz
seit 2004 eine selbständige Universität. Die Wurzeln der Fakultät reichen weit zurück bis 1863, zur Gründung durch Kaiser Franz Joseph I.
Ungewöhnlicher Ansturm auf die Medizinische Universität Graz:
Als Auswirkung eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes konnten sich für das Wintersemester 2005/06 auch
solche Studienwerber inskripieren, die in ihrem jeweiligen Heimatland keinen Studienplatz aufweisen konnten.
Dies hatte einen ungeahnten Ansturm zur Folge, vorzugsweise von Interessenten aus dem benachbarten Deutschland. Da die beiden Medizinischen Universitäten in Innsbruck und in Wien eine Begrenzung der
Anzahl von Studienwerbern vornahm, kam es zu einem regelrechten Andrang auf die verbleibende Universität in Graz und diese verzeichnete in diesem Semester an die 3000 Erstsemestrige in Form eines
sogenannten „virtuellen Semesters“. Am Ende dieses Semesters erhoben etwa 1200 Studierende Anspruch auf die vorhandenen Studienplätze. Allein die 109 Besten des Auswahlverfahrens bekamen einen der
fixen Studienplätze, für alle anderen bedeutete es die Abmeldung vom Studium und wurden in den Studienrichtungen Human- sowie Zahnmedizin nicht zugelassen.
Ein Jahr später, für das Wintersemester 2006/07, kam es wiederum zu einer Selektierung, für
Als ehemalige Medizinischen Fakultät der
Karl-Franzens-Universität Graz ist die Medizinische Universität Graz seit 2004 eine selbständige Universität. Die Wurzeln der Fakultät reichen weit zurück bis 1863, zur Gründung durch Kaiser Franz Joseph I.
Ungewöhnlicher Ansturm auf die Medizinische Universität Graz:
Als Auswirkung eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes konnten sich für das Wintersemester 2005/06 auch solche Studienwerber inskripieren, die in ihrem jeweiligen Heimatland keinen Studienplatz aufweisen konnten.
Dies hatte einen ungeahnten Ansturm zur Folge, vorzugsweise von Interessenten aus dem benachbarten Deutschland. Da die beiden Medizinischen Universitäten in Innsbruck und in Wien eine Begrenzung der Anzahl von Studienwerbern vornahm, kam es zu einem regelrechten Andrang auf die verbleibende Universität in Graz und diese verzeichnete in diesem Semester an die 3000 Erstsemestrige in Form eines sogenannten „virtuellen Semesters“. Am Ende dieses Semesters erhoben etwa 1200 Studierende Anspruch auf die vorhandenen Studienplätze. Allein die 109 Besten des Auswahlverfahrens bekamen einen der fixen Studienplätze, für alle anderen bedeutete es die Abmeldung vom Studium und wurden in den Studienrichtungen Human- sowie Zahnmedizin nicht zugelassen.
Ein Jahr später, für das Wintersemester 2006/07, kam es wiederum zu einer Selektierung, für die auf etwa 160 erhöhten Studienplätze waren über 900 Interessenten, vorwiegend aus Österreich und aus Deutschland, zu verzeichnen. Der Test basierte auf medizin-relevanten Grundlagen und stellte Fragen aus den Bereichen Biologie, Chemie, Mathematik und Physik. Darüber hinaus wurden die Studienwerber einem nicht für die Qualifizierung entscheidendem „Hearing“ unterzogen.
Wie sehr sich die vorgegebene Quotenregelung ins Bereich der Kuriositäten wenden kann, zeigt das Ergebnis des Auswahlverfahrens für das Wintersemester 2007/08. Weit über 600 Bewerber waren wieder angetreten um sich wieder den vorgegebenen Fragen zu widmen und rangen um die mittlerweile 300 Studienplätze. Wieder waren es zumeist Studienwerber aus Österreich und Deutschland, der EU und 12 Werber kamen aus Nicht-EU-Staaten.
Der Quotenregelung zufolge, nachdem die Aufteilung zu 75 Prozent an Studieninteressierte aus Österreich, 20 Prozent an Werber mit einem Reifezeugnis aus einem EU-Staat und die restlichen 5 Prozent an Werber aus Nicht-EU-Staaten zu vergeben sind, kam es zur Tatsache, daß zwei Bewerber einen der begehrten Studienplätze trotz negativem Abschluß des Aufnahmetests zugeteilt erhielten.
Studienmöglichkeiten an der Medizinischen Universität Graz:
Hier unterscheidet man unter den ordentlichen Studien zwischen Diplomstudien, Doktoratsstudien, individuellen Studien und Bachelor- und Masterstudien. An der Medizinischen Universität Graz gibt es zwei Diplomstudien, das Diplomstudium Humanmedizin und das Diplomstudium Zahnmedizin.
Im
Diplomstudium Humanmedizin werden die angehenden Ärzte auf ihren zukünftigen Beruf in allen Fachbereichen vorbereitet. Theoretische Grundlagen und praktische Fertigkeiten werden in integrativer, themenzentrierter und patientenorientierter Weise, wie auch die Grundzüge des wissenschaftlichen Denkens vermittelt. Dieses Studium in 3 Abschnitten 12 Semester und wird mit dem akademischen Grad Dr. med. univ. abgeschlossen.
Das
Diplomstudium Zahnmedizin umfaßt 12 Semester in drei Studienabschnitten das Vermitteln des Wissens um das grundlegende Verständnis des menschlichen Organismus und wird Basis für den theoretischen und praktischen Aufbau der Fachmedizin. Dem folgt die Erarbeitung des Wissens über den gesunden und des kranken Organismus mit zunehmenden Training der ärztlichen Fähigkeiten. Erste spezifisch zahnärztliche Fertigkeiten werden in diesem zweiten Studienabschnitt vermittelt. Die fachspezifischen Fertigkeiten erwirbt der Student im dritten Studienabschnitt neben wissenschaftlichen und praktischen Fertigkeiten. Die wissenschaftliche Ausbildung wird in diesem letzten 6 Semester dauernden Studienabschnitt vertieft.
Das
Doktoratsstudium Rigorosum generell dient der Weiterentwicklung und Befähigung für selbständiges wissenschaftliches Arbeiten, über das Diplomstudium hinaus. Es dauert 4 Semester in einem Studienabschnitt und wird mit dem Rigorosum abgeschlossen. Diese Möglichkeit zum Studium läuft an der Medizinischen Universität Graz aus und kann nicht mehr inskripiert werden.
Dem
Doktoratsstudium der Medizinischen Wissenschaften liegt die Ausbildung der Fähigkeit zu Grunde, in selbständiger Forschung der Weiterentwicklung der Medizinischen Wissenschaft Beitrag zu leisten. Damit wird auch die Heranbildung wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich der medizinischen Forschung gefördert. Der Abschluß eines Diplomstudiums der Humanmedizin oder der Zahnmedizin ist für die Zulassung zu diesem Studium Voraussetzung. Es kann auch der Nachweis des Abschlusses eines facheinschlägigen naturwissenschaftlichen Diplomstudiums dazu erbracht werden.
Individuelle Studien können ordentlich Studierende beantragen, die die Verbindung von verschiednen Fächern aus einem Diplom-, Bachelor- oder Masterstudium zu einem Individuellen Studium nutzen möchten. Ein entsprechender Antrag ist dazu einzureichen.
Das
Bachelorstudium der Gesundheits- und Pflegewissenschaft bedeutet für die Studierenden eine Grundausbildung auf pflege- und gesundheitswissenschaftlicher Basis und soll auf qualifizierte Tätigkeiten in unterschiedlichen Berufsfeldern im Gesundheitswesen vorbereiteten.
Dazu gehört die Ausbildung in sozialer Kompetenz und das Erwerben von Fertigkeiten ebenso wie das Erlernen und Praktizieren guter Gesprächs- und Kommunikationskultur, denn der richtige Umgang mit alten und kranken, wie auch mit gesunden Menschen ist besonders wichtig. Es wird auch in kleinen Gruppen die Team- und Kooperationsfähigkeit trainiert. Das Bachelorstudium der Pflegewissenschaft dauert als Grundstudium 6 Semester und ein Praktikum in der Dauer von 7 Wochen
Praktische Patientenbetreuung:
Das Landeskrankenhaus
Graz St. Leonhard mit dem Universitätsklinikum ist das „Lehrkrankenhaus“ der Medizinischen Universität Graz. Hier erfolgt der wesentliche Teil der praktischen Ausbildung der Studierenden. Auch die medizinische Forschung hat hier einen gewichtigen Platz. Für die Ausbildung stehen mitunter 20 Universitätskliniken, 16 Institute und 4 weitere Zentren im nichtklinischen Bereich zur Verfügung.
Die Universitätskliniken am LKH Graz:
Augenklinik
Anästhesiologie und Intensivmedizin
Blutgruppenseriologie und Transfusionsmedizin
Chirurgie
Dermatologie und Venerologie
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Hals-Nasen-Ohren Universitätsklinik
Innere Medizin
Kinder- und Jugendheilkunde
Kinderchirurgie
Medizinische Psychologie und Psychotherapie
Neurochirurgie
Neurologie
Orthopädie
Psychiatrie
Radiologie
Strahlentherapie Radioonkologie
Unfallchirurgie
Urologie
Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Daneben gibt es noch folgende Institute:
Institut für Biomedizinische Forschung
Institut für Pathologie
Institut für Zytologie
Klinisches Institut für Medizinisch und Chemische Labordiagnostik
Zudem stehen noch gemeinsame Einrichtungen der Erstuntersuchung, Beobachtung und Aufnahme, die Einrichtung für Klinische Immunologie und für Klinische Psychosomatik zur Verfügung. Der Ernährungsmedizinische Dienst rundet das Studier- und Forschungsangebot der praktischen Einrichtungen ab.
Die Medizinische Universität Graz ist eine von 6
Universitäten in der Steiermark und eine von 34
Universitäten in Österreich.