Die Universität Mozarteum Salzburg, allgemein kurz „Mozarteum" genannt, wurde 1841 als Musikschule und für die Sammlung alter Mozart-Dokumente unter dem Namen „Dommusikverein und Mozarteum“ gegründet. Unter der Bezeichnung Mozarteum versteht man heute aber korrekt drei eigenständige, verschiedene Körperschaften. Die Universität Mozarteum, die Internationale Stiftung Mozarteum und das Mozarteum-Orchester
Salzburg.
Die Geschichte der Universität Mozarteum Salzburg:
Aus der 1841 gegründeten Musikschule wurde 1880 die „Öffentliche Musikschule Mozarteum“ gegründet und gilt als direkter Vorläufer der heutigen Musik- und Kunstuniversität. 1914 wurde sie Konservatorium mit Öffentlichkeitsrecht und 1939 in Reichshochschule Mozarteum bis zum Kriegsende umbenannt. Bis 1953 hieß sie schlicht und einfach „Musikhochschule“ um danach zur „Akademie für Musik und darstellende Kunst Mozarteum in Salzburg“ umbenannt zu werden, die 1970 wieder zur Hochschule erhoben wurde und auch in der Namensbezeichnung den Titel „Hochschule“ tragen durfte.
Die bislang letzte Namensänderung wurde 1998 vollzogen und gab der geschichtsreichen Institution den heutigen Namen „Universität Mozarteum Salzburg“. Das Hauptgebäude der Universität Mozarteum Salzburg befindet sich Nahe dem Mirabellgarten in der Rainerstraße, dem Alten Borromäum, das seit der groß angelegten Renovierung seit September 2006 im neuen Glanz erstrahlt.
Ausbildungsschwerpunkte der Universität Mozarteum Salzburg:
Traditionsgemäß liegt der Schwerpunkt im Bereich der Streichinstrumente, Zupf- und Schlaginstrumente und Blasinstrumente im Bereich Konzertfach und Musikpädagogik. Doch darüber hinaus wird besonderes Augenmerk auf eine solide und renommierte Schauspiel-Ausbildung gelegt.
An derzeit 13 Fachabteilungen wird derzeit angeboten:
Dirigieren mit Komposition und Musiktheorie:
Wohl einer der bekanntesten Söhne des Mozarteum ist der große Salzburger Dirigent Herbert von Karajan (1908 – 1989), der hier von 1916 bis 1926 Schüler am Konservatorium war und in den Fächern Klavier, Harmonielehre sowie Komposition und Kammermusik unterrichtet wurde und 1929 erstmals öffentlich mit dem Mozarteum-Orchester auftrat.
Tasteninstrumente an der Universität Mozarteum Salzburg:
Vorzüglich durch das Klavier und die Orgel bekannt, sind dies typische Tasteninstrumente. Aber auch das Cembalo sowie das Akkordeon (Ziehharmonika) gehören in diese Instrumentenfamilie. Unterrichtet werden in Salzburg interessierte Studenten aus aller Welt und verschiedensten Nationalitäten.
Streich- und Zupfinstrumente an der Universität Mozarteum Salzburg:
Streichinstrumente sind saitenbespannte Musikinstrumente, die durch Streichen mittels Bogen über die Saiten zum Klingen gebracht werden Das ist die große Familie der gemein als „Geige“ bezeichneten Instrumente, aus Violine, Viola, Violoncello und Baßgeige bestehend und hat viele nahe Verwandte wie etwa die Fiedel oder die Viola d’amore.
Zupfinstrumente sind ebenfalls Saiteninstrumente, die mittels Fingerkuppe, Fingernägel oder auch unter Zuhilfenahme von Stäbchen oder Plättchen einen Klang erzeugen. Das sind etwa die Gitarre, die Harfe oder auch Zither und Hackbrett.
Blas- und Schlaginstrumente an der Universität Mozarteum Salzburg:
Lehrender höchster internationaler Qualität vermitteln mit didaktischen Lehrmethoden künstlerisches und instrumentaltechnisches Wissen und es wird durch verschiedene Kooperationen und spezifischen Studienrichtungen ein hoher Wissensgrad vermittelt. Man unterscheidet zwischen Holz- und Blasinstrumenten, die wiederum in verschiedenste Bereiche unterteilt sind.
Die Schlaginstrumente ist eine sehr große Familie und beinhaltet sämtliche Instrumente des bekannten „Schlagzeuges“, Idiophone und Membraphone, ton- oder geräuscherzeugende Instrumente. Beispiele für auch als „Schlagwerk“ bezeichnete Instrumente sind die Pauke, Trommel, aber auch die Kuhglocke, sobald sie als Musikinstrument Verwendung findet, fällt unter die Instrumentengruppe der Schlaginstrumente.
Gesang an der Universität Mozarteum Salzburg:
Dieser Bereich war einer der ursprünglichen Ursachen für die Gründung der heutigen Universität Mozarteum und ist bis heute ein wesentlicher Bereich der Ausbildung geblieben. Pädagogen und Künstler mit zum Teil langjähriger Bühnen- und Konzerterfahrung vermitteln eine vielseitige Ausbildung in Theorie und Praxis.
Musiktheater an der Universität Mozarteum Salzburg:
Die Bühnenreife ist hier das definierte Ziel, das durch praktische Aufführungen mit Klavier und Orchester angepeilt wird. Weitreichende Einblicke in das Schaffen von Monteverdi bis in die Gegenwart werden vermittelt und die Beschäftigung mit der Aufführungspraxis im 18. Jahrhundert im Mozart-Opern-Institut ermöglicht.
Schauspiel und Regie an der Universität Mozarteum Salzburg:
Die Beschäftigung mit interdisziplinären Ansätzen wie auch mit den Medien Film, Funk, Fernsehen, wie auch eine intensive, lustvolle Auseinandersetzung mit den Fragen der Zeit im Dialog nehmen hier großen Platz ein. Das Ziel der Ausbildung sind aber Schauspieler und Regisseure beider Geschlechter, die eigenständig und flexibel ihren späteren Anforderungen gerecht werden können.
Bühnen- und Kostümgestaltung an der Universität Mozarteum Salzburg:
Dieses Studium beinhaltet die künstlerische und technische Auseinandersetzung mit der Szene, Dem Körper und dem Objekt im Raum. Hier werden Praxiserfahrungen abteilungsübergreifend gemacht und es gibt gute Zusammenarbeit mit dem Salzburger Landestheater, den Salzburger Festspielen und den Salzburger Museen.
Musikwissenschaft an der Universität Mozarteum Salzburg:
Das unerschöpfliche Thema Musikwissenschaft wird hier gelehrt und Studierenden aller musikalischen Studienrichtungen primär die europäische Musikgeschichte vom Mittelalter bis zur Neuzeit vermittelt. Weiters gibt es Angebote in den Sparten europäische Volksmusik, außereuropäische Musik, Kirchenmusik und die kulturwissenschaftliche Fragestellung zur Musik. Schwerpunkte der Forschung sind etwa die Volksmusik des alpinen Raums, Popularmusik, Barockmusik, Wiener Klassik aber auch die Neue Musik des 20. Jahrhunderts.
Zudem werden regelmäßig verschiedene Buchreihen betreut und herausgegeben.
Musikpädagogik an der Universität Mozarteum Salzburg:
Der Bereich Musikpädagogik wird die Idee des Bologna-Prozesses 1999 durch Kooperationen mit Partnerinstitutionen in Österreich realisiert. In einer Zusammenarbeit der Universität Mozarteum Salzburg und den Konservatorien Tirol und Vorarlberg wird Studierenden nichtuniversitärer Institutionen der Zugang zum europäischen Bildungssystem ermöglicht.
Es wurde bereits vor rund 25 Jahren in
Innsbruck (Innrain 15, 6020 Innsbruck) eine Außenstelle errichtet, die sich vorwiegend musikpädagogischen Aufgaben widmet.
Musik und Tanzpädagogik - Orff-Institut:
1961 vom berühmten Komponisten und Pädagogen Carl Orff (1895 – 1982) zur Elementaren Musik- und Tanzerziehung in Salzburg gegründet, befaßt sich dieses Institut insbesondere mit der wissenschaftlichen und künstlerisch-praktischen Erschließung dieses Bereichs und widmet sich weiters der Tradition des Orff-Schulwerkes und seiner Dokumentation sowie dessen Weiterentwicklung.
Carl Orff schrieb bereits im zarten Alter von fünf Jahren seine erste Komposition, war vier Mal verheiratet und hatte eine Tochter „Godela“ aus erster Ehe. Orff hat die Ehrenbürgerschaft von München, ein
Carl-Orff-Museum gibt es in Dießen am Ammersee in Oberbayern, wo Orff seit 1955 im Ortsteil St. Georgen lebte. Seine Lehren werden heute auch in der Heilpädagogik eingesetzt, eines seiner bekanntesten Werke ist die „Carmina Burana“, ein überaus interessantes, oft aufgeführtes Musikstück, immer wieder auch von Blasorchestern interpretiert.
Bildende Künste, Kunst- und Werkpädagogik an der Universität Mozarteum Salzburg:
Seit 1971 wird die Bildende Kunst in Salzburg unterrichtet, wobei der Schwerpunkt im Sammeln von Erfahrung und dem Erwerb von Fähigkeiten in Kombination mit eigener, künstlerischen Tätigkeit liegt. Auch haben die praktisch-künstlerischen Tätigkeiten von den Studierenden in der Bildnerischen Erziehung im Bereich Malerei, Grafik, Bildhauerei und Neue Medien eine hohe Gewichtigkeit.
In der Werkerziehung werden handwerkliche und gestalterische Grundlagen im Bereich Architektur, Design, Produktgestaltung und Technisches Werken erarbeitet. Auch hier haben die Neuen Medien einen sehr hohen Stellenwert.
Textiles Gestalten und Werken haben die Studierenden dieser Studienrichtung als Schwerpunkt als Vorgabe und umfaßt u. a. die Bereiche Gewand, Mode, Inneneinrichtung und Kunst.
Die Internationale Stiftung Mozarteum:
Bereits 1880 mit dem Zweck der Förderung von Musikbegabten gegründet folgte 1931 die Errichtung des Zentralinstituts für Mozartforschung. Die „Neue Mozart-Ausgabe“ mit mittlerweile über 120 seit 1955 erschienenen Bänden beruht auf diese Forschungseinrichtung und ist die wissenschaftlich-kritische Gesamtausgabe aller Werke des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart (1956 – 1791). Als Eigentümer ist die
Internationale Stiftung Mozarteum Inhaber des „Großen Saals des Mozarteums“, einer der beliebtesten und bekanntesten Konzertsäle in
Salzburg und eine der Aufführungsorte der Salzburger Festspiele.
In drei Kernbereichen, Konzerte, Museen, Wissenschaft, setzt die Internationale Stiftung Mozarteum starke Initiativen und bildet eine Verbindung zwischen dem Erbe Mozarts und zeitgenössischer Kultur. Seit 1956 wird alljährlich zu Mozarts Geburtstag die Mozartwoche im Bereich der Konzerte durchgeführt, seit 2005 zusätzlich das zeitgenössische Festival „Dialoge“. Der Bereich Museen zeichnet für die beiden Mozart-Museen, dem Geburtshaus in der Getreidegasse und dem Wohnhaus Mozarts am Makartplatz verantwortlich. Dem amerikanischen Künstler ist seit 2005 eine Ausstellung im 3. Stock des Geburtshauses gewidmet. Rund 300 Mozart-Handschriften gehören zur Autographensammlung im Bereich Wissenschaft der Internationale Stiftung Mozarteum, nebst der Neuen Mozart-Ausgabe, die 2007 fertiggestellt wurde und mit der „Digitalen Mozart-Edition“ fortgesetzt werden soll.
Das Mozarteum Orchester Salzburg:
Das Mozarteum Orchester war das ursprüngliche Orchester der Studierenden der Musikhochschule sowie der späteren Akademie Mozarteum. Seit der Ablösung 1939 ist das Orchester eine selbständige Institution und besteht aus ausgewählten Berufsmusikern und wurde 1958 zum Symphonieorchester Salzburg erweitert. Beheimatet ist das
Mozarteum Orchester Salzburg im Orchesterhaus in Nonntal und wird seit 2004 vom Chefdirigenten Ivor Bolton geleitet. Als Gastdirigenten wirken unter anderen Trevor Pinnock, Marc Minkowski oder Mark Wigglesworth. Im Mittelpunkt der hervorragenden künstlerischen Arbeit steht naturgemäß Wolfgang Amadeus Mozart und die Musik der Wiener Klassik, setzt sich aber auch immer wieder für die zeitgenössische Musik ein, wie etwa bei der Uraufführung von Georg Friedrich Haas’ „7 Klangräume“ beim Dialog-Festival 2005 oder im Rahmen des Musikfestes Salzburg erfolgten Uraufführung des Werkes von acht Salzburger Komponisten „Viva!MOZART-Suite“. Neben der Orchester-Formation gibt es noch eine Reihe von Kammermusik-Formationen sowie eine ganze Reihe von Dokumentationen auf Tonträgern in Form von CD, die großteils auch im Fachhandel käuflich erwerbbar sind.
Die Universität Mozarteum Salzburg ist eine von 4
Universitäten in Salzburg und eine von 34
Universitäten in Österreich.