Die Lehre der Medizin hat in der Geschichte
Salzburgs einen festen Platz und dennoch gab es lange Zeit keine medizinische Universität. Nachdem man sich lange vergeblich um die Errichtung einer öffentlichen medizinischen Universität bemüht hatte, wurden erst im Jahr 1999 durch das „Akkreditierungsgesetz“ die nötigen Rahmenbedingungen zur Gründung einer privaten medizinischen Universität geschaffen.
Die Geschichte der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität:
Bereits 1810 wird von einer medizinischen Lehranstalt an der Universität Salzburg gesprochen, deren Bestand jedoch nicht lange währte, denn um 1850 kommt es wieder zu deren Auflösung. Erst mit der Wiedererrichtung der Universität Salzburg im Jahr 1962 wird erwähnt, daß die Errichtung einer Medizinischen Fakultät in einem gesonderten Gesetz geregelt werden wird , was erst 1993 durch eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz des Rektors der Universität Salzburg Edgar Morscher die „Medizinische Fakultät Salzburg“ konkrete Maße annimmt. Dennoch sollte es noch Jahre dauern, bis es zur tätlichen Umsetzung kommt, was 1999 durch das Universitäts-Akkreditierungsgesetz mit der Schaffung von Rahmenbedingungen für die Gründung einer privaten medizinischen Universität gelingt. Es wurde von rund 50 Privatpersonen, vorwiegend Ärzte und Wirtschafter der Landeskliniken, die Medizinische Fakultät Salzburg als Privatstiftung gegründet, mit dem kühnen Ziel, daraus eine medizinische Privatuniversität in Salzburg zu schaffen. Die Salzburger Landesregierung unterstützte das Ziel einer privaten medizinischen Universität mit einem Zuschuß. Planungs- und Machbarkeitsstudien folgen, doch sind die privaten Förderer nur dann zur Umsetzung und Unterstützung bereit, wenn aus dem Vorhaben wirklich nur eine private Universität wird. Diese Entscheidung folgt im September 2000, im Dezember bereits folgt die Beauftragung der Medizinischen Fakultät durch die Salzburger Landesregierung, entsprechende Schritte zur Verwirklichung einer privaten medizinischen Universität zu setzen. Im Februar 2001 werden sieben Arbeitsgruppen zur Planung der Privatuniversität eingerichtet, die in Sachen Akkreditierung, Kalkulation und Wirtschaftsplan, Studiumsphilosophie und Curriculum, Infrastruktur, rechtliche Konditionen, Marketing und Forschung tätig werden. Im Herbst folgen Vorgespräche mit dem Akkreditierungsrat. Red Bull mit seinem Chef Dkfm. Dietrich Mateschitz übernimmt die Ausfallshaftung noch ausstehender privater Gelder und wenige Tage darauf folgt der einstimmige positive Beschluß des Akkreditierungsansuchens durch den Akkreditierungsrat in Wien mit Bestnoten für das Curriculum.
Am 7. November 2001 erteilt das österreichische Bildungsministerium dem Bewilligungsbescheid des Akkreditierungsrates die Zustimmung. Der Akkreditierungsbeschluß wird unterzeichnet und damit ist die "Paracelsus Medizinische Privatuniversität" die erste medizinische Privatuniversität Österreichs.
Ende Jänner 2003 findet der Festakt zur offiziellen Universitätsgründung statt, bei dem der Salzburger Landeshauptmann Franz Schausberger mit Professor Herbert Resch und Anthony Windebank einen Kooperationsvertrag mit der Mayo Medical School unterzeichnet. Am 8. September 2003 beginnt der Lehrbetrieb an der neuen Privatuniversität, die ersten 42 Studierenden nehmen das Studium auf. Der erste Jahrgang bereits kann mit Auszeichnung der "Teacher & Students of the Year 03/04" abgeschlossen werden, der Umzug in der Strubergasse 21, dem neu adaptierten Universitätsgebäude, geschieht im Juli 2004 und wird im Oktober offiziell eröffnet. Begleitend dazu findet ein internationaler Kongreß zum Thema Gendermedizin statt, im Juni 2005 das 6. Internationale Symposium "Bone Architecture and the Competence of Bone and Joints", das am Institut für Anatomie und muskuloskelettale Forschung veranstaltet wird. Die erste Reakkreditierung, die nach drei Jahren erforderliche wurde, wird im Oktober 2007 erteilt und gilt für die nächsten fünf Jahre.
Was ist die Akkreditierung?
Die Akkreditierung ist die staatliche Anerkennung, die jeder private Universitätsbetreiber braucht, dessen Studiengänge zu einem anerkannten akademischen Grad führen sollen und erfolgt in Form einer Akkreditierung durch den Österreichischen Akkreditierungsrat (ÖAR). Dies ist eine staatliche Behörde, die durch Akkreditierung privaten Universitäten, deren Qualität überprüft und zertifiziert und damit die Qualitätsentwicklung dieser Institutionen fördert. Die weisungsfreie Entscheidung über die Akkreditierung privater Universitäten erfolgt durch ein Expertengremium ausschließlich nach Qualitätsgesichtspunkten entsprechend internationalen Standards.
Dem Expertengremium gehören Fachleute aus dem europäischen Universitätsbereich an, die je zur Hälfte aus Experten aus Österreichisch und anderer europäischer Länder besteht. So wird die Unabhängigkeit des Gremiums von nationalen Interessenskonflikten garantiert. Die Grundlage für die Tätigkeit des Österreichischen Akkreditierungsrates ist im Bundesgesetz über die Akkreditierung von Bildungseinrichtungen als Privatuniversitäten, dem Universitäts-Akkreditierungsgesetz - UniAkkG 1999, verankert.
Wer war Paracelsus?
Als Philippus Aureolus Theophrastus Bombast von Hohenheim im November 1493 in Einsiedeln in der Schweiz geboren machte er bereits in seiner Kindheit erste Kontakte mit der Medizin und Chemie, er wollte in die Fußstapfen seines Vaters, Wilhelm Bombast von Hohenheim, der Arzt und Chemiker war, treten. Von der Mutter Paracelsus’ ist kaum etwas bekannt. Einige Zeit wurde Paracelsus von seinem Vater unterrichtet, der sich um 1502 in Villach nieder ließ. Paracelsus erwarb hier theologische und humanistische Grundkenntnisse, verließ aber um 1507 Kärnten um an diversen deutschen Universitäten schließlich Philosophie und Medizin zu studieren. Durch seine skeptischen Ansichten und seiner unkonventionellen, direkten Art übte er immer wieder vehement Kritik an erfahrenen Ärzten und kränkte viele seiner Lehrer, erwarb aber trotzdem 1510 in Wien den Grad des "Bakkalaureus der Medizin". Unzufrieden mit den deutschen Universitäten, ging er bereits drei Jahre später nach Ferrara um dort um 1516 zu promovieren. Mitunter als Ausdruck seiner Mißachtung und Ablehnung der damaligen, versteiften Schulmedizin nahm er um 1516 den Namen „Paracelsus“, was soviel wie "über Celsus stehend" bedeutet. Zahlreiche Pilgerreisen führten ihn nach Irland, Konstantinopel und Rußland, auf denen er auch als Militärarzt Erfahrungen beim einfachen Volk, welches ihm immer sehr am Herzen lag, machte, und lernte länderspezifische Heilmethoden kennen.
Paracelsus erwarb sich im Laufe der Zeit ein enormes pharmazeutisches Wissen und wurde - entgegen der Auffassung Vieler, nicht vordergründig zum Begründer einer alternativen, ganzheitlichen Medizin, sondern zu einem Wegbereiter der pharmazeutischen Chemie. Er distanzierte sich von der hippokratisch-galenistischen Heilmittelkunde, in deren Mittelpunkt pflanzliche Heilmittel waren. Wegen seiner ungewöhnlichen Methoden und Behandlungen mußte sich Paracelsus mehrmals vor Gericht behaupten und er wurde auch wegen Vergiftung angeklagt.
Besonders berühmt ist sein Ausspruch:
"Alle Ding´ sind Gift und nichts ohn´ Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding´ kein Gift ist." oder oft auch:
"Nur die Dosis macht das Gift." - lat.: „Sola dosis facit venenum.“ zitiert.
Um 1525 war Paracelsus praktizierender Arzt in Salzburg, zog aber bald über Straßburg nach Basel, wo er als Stadtarzt und Hochschullehrer tätig wurde und auch hier bald unbeliebt wurde, da er öffentlich zugängliche Vorlesungen abhielt, die er dazu noch in deutscher Sprache abhielt, was weit entgegen der damaligen Auffassung geschah. Nicht genug damit, verbrannte er öffentlich medizinische Schriften und Werke Galens und des Arztes Avicenna. Dies war der Anlaß für weitere heftige Auseinandersetzungen mit dem Magistrat Basel und er wurde 1528 von dort vertrieben. Wahrscheinlich vagabundierend durch Europa kehrte Paracelsus 1541 nach Salzburg zurück, wo er am 24. September des selben Jahres, völlig mittellos verstarb. Uneinig ist man in der Meinung, wie Paracelsus zu Tode kam. War es eine Vergiftung oder die Folge eines Sturzes – es wird ein Geheimnis bleiben. Die Gebeine von Paracelsus sind in einem Grabmal an der Sebastiankirche in Salzburg bestattet.
Der Namensgeber der Paracelsus Medizinische Privatuniversität:
An dieser Stelle sei ein niedergeschriebener Gedanke von Romana Mikes zitiert, der treffender für die Namensgebung der Universität nicht sein könnte:
"Da ich nun mehr über Paracelsus Leben und seine Arbeit weiß, finde ich, daß er ein würdiger und sehr passender Namensgeber meiner Universität ist. Auch wenn er sich bereits vor einigen Jahrhunderten für eine praxisbezogene, auf Erfahrungen begründete Medizin einsetzte, so glaube ich, daß auch die Paracelsus Medizinische Privatuniversität bemüht ist, einen neuen Weg einzuschlagen."
Das Studienangebot der Paracelsus Medizinische Privatuniversität:
Das Angebot umfaßt das
Studium der Humanmedizin mit maximal 42 Studierenden pro Jahr, die nach einem speziellen Aufnahmeverfahren ausgewählt und aufgenommen werden.
Studium der Pflegewissenschaft als bislang neuester Studienzweig, um die Zukunft der Pflege bedürfnisgerecht mitbestimmen und mitgestalten zu können.
Studium der medizinischen Wissenschaft, das zur Befähigung zu selbständiger und wissenschaftlicher Arbeit wie auch der Heranbildung wissenschaftlichen Nachwuchses der medizinischen Wissenschaften dient, und das
Postgraduate Studium für molekulare Medizin mit dem Ziel der projektorientierten Ausbildung in der Molekularen Medizin. Die Aufnahmezahl ist mit zehn Personen pro Jahr begrenzt und wird nach der Regelstudienzeit von 3 Jahren mit dem akademischen Titel des Ph.D abgeschlossen.
Die Forschung an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität:
Mit dem installierten Forschungsbüro möchte man des Wissenschaftsstandort Salzburg sichern und ausbauen, denn die Forschung ist nicht nur für den medizinischen Fortschritt wichtig, sondern schafft darüber hinaus internationale Forschungskooperationen und Verbindungen zu Industrie und Wirtschaft. Das Forschungsbüro der Paracelsus Medizinische Privatuniversität ist auch als Servicestelle und Drehscheibe für alle Forschungsbelange gedacht.
Im Jahr 2003 hat die Paracelsus Medizinische Privatuniversität als Initiative zur Unterstützung junger Wissenschafter drei Forschungsprogramme ins Leben gerufen, die Jungforschern die Möglichkeit bieten, über einen Zeitraum von drei Jahren neue Forschungsgebiete zu erobern:
Forschungsprogramm für Musikmedizin
Forschungsprogramm für Gendermedizin
Forschungsprogramm für Prothetik-, Biomechanik- und Biomaterialforschung
Das Mentorenprogramm der Paracelsus Medizinische Privatuniversität:
Jeder der an der Privatuniversität Salzburg Studierenden erhält, wenn er es wünscht, einen persönlichen Mentor. Der Mentor hat die wichtige Aufgabe, den Studierenden während der gesamten Studienzeit wie auch beim Übergang in den Beruf zu begleiten. Die Persönlichkeitsbildung und Erweiterung des Gesichtskreises der Studierenden über die Medizin hinaus wird ebenfalls durch das Mentorenprogramm unterstützt. Der Mentor unterstützt und fördert den Studierenden aber nicht nur in der fachlichen und persönlichen Entwicklung, sondern gibt ihm auch einen tiefen Einblick in die Alltagsrealität eines Entscheidungsträgers und steht ihm bei allen Fragestellungen wie etwa die Schwerpunktsetzung im Beruf, die Wahl von Praktika oder bei Auslandsaufenthalten und ähnlichem zur Seite.
Paracelsus Medizinische Privatuniversität ist eine von 4
Universitäten in Salzburg und eine von 34
Universitäten in Österreich.