Eine besonders aktive Universität ist die Johannes Kepler Universität Linz. Als eine der wenigen Universitäten wird von dieser eine Außenstelle gepflegt. Diese Außenstelle ist das
Universitätszentrum Rottenmann in der Steiermark, welches, ebenfalls in Kooperation mit der
Technischen Universität Graz, ausgesprochen interessante Studienrichtungen anbietet.
Wenn auch als Gründungsjahr 1966 als offizielles Datum für die Universität
Linz aufscheint, liegen die Wurzeln der Geschichte viel
tiefer.
Das Landhaus Linz wurde bereits 1574 für die Landschaftsschule (Adeliche Landt-Schuele) genutzt, an der von 1612 bis 1626 Johannes Kepler lehrte. Die Weigerung Keplers, zum katholischen Glauben zu
wechseln, war ausschlaggebend für seine Abberufung. Drei Jahre später kommt es zur Vereinigung der zu diesem Zeitpunkt geschlossenen Schule mit der 1608 gegründeten Lateinschule und wird vom
Jesuitenorden weitergeführt. Das damalige Studienangebot umfaßt Philosophische, Juridische und Theologische Studien. 1773 wurde der Jesuitenorden verboten und damit war auch die Schließung der von
ihm geführten Schule verbunden. Ein Teil ging im Lyzeum auf, die 1775 eingerichtete medizinische Ausbildung wird im Jahr 1808 wieder beendet. 2 Jahre später werden auch die juridische und die
politische Fakultät geschlossen, 1849 auch die philosophische Fakultät, die einzige verbleibende
Eine besonders aktive Universität ist die Johannes Kepler Universität Linz. Als eine der wenigen Universitäten wird von dieser eine Außenstelle gepflegt. Diese Außenstelle ist das
Universitätszentrum Rottenmann in der Steiermark, welches, ebenfalls in Kooperation mit der
Technischen Universität Graz, ausgesprochen interessante Studienrichtungen anbietet.
Wenn auch als Gründungsjahr 1966 als offizielles Datum für die Universität
Linz aufscheint, liegen die Wurzeln der Geschichte viel tiefer.
Das Landhaus Linz wurde bereits 1574 für die Landschaftsschule (Adeliche Landt-Schuele) genutzt, an der von 1612 bis 1626 Johannes Kepler lehrte. Die Weigerung Keplers, zum katholischen Glauben zu wechseln, war ausschlaggebend für seine Abberufung. Drei Jahre später kommt es zur Vereinigung der zu diesem Zeitpunkt geschlossenen Schule mit der 1608 gegründeten Lateinschule und wird vom Jesuitenorden weitergeführt. Das damalige Studienangebot umfaßt Philosophische, Juridische und Theologische Studien. 1773 wurde der Jesuitenorden verboten und damit war auch die Schließung der von ihm geführten Schule verbunden. Ein Teil ging im Lyzeum auf, die 1775 eingerichtete medizinische Ausbildung wird im Jahr 1808 wieder beendet. 2 Jahre später werden auch die juridische und die politische Fakultät geschlossen, 1849 auch die philosophische Fakultät, die einzige verbleibende Fakultät der Diözese überlassen.
Bis in den 2. Weltkrieg hinein gibt es immer wieder vergebliche Versuche, in Linz wieder eine Hochschule zu installieren. Die 1938 geplante Verlegung der „Deutschen Technischen Hochschule Brünn“ nach Linz erstickt noch im selben Jahr im Keim. Einzig der provisorische Betrieb eines in Ansätzen durchgeführten Architekturstudiums konnte im Stift
Wilhering aufgenommen werden. Das war 1943 und hielt nur bis Kriegsende 1945.
Die Zeit nach dem Weltkreig:
Die folgenden 20 Jahre sind geprägt vom steten Bestreben, in Linz doch eine Hochschule einzurichten erleben ein ebenso geprägtes Auf und Ab. Als Folge einer allmählichen Umorientierung auf eine „Hochschule neuerer Art“ seit 1954 kommt es am 14. März 1959 zur Gründung des „Kuratoriums Hochschule für Sozialwissenschaften in Linz“. Aus diesem entsteht 1962 der „Linzer Hochschulfonds“, der die Finanzierung der Hochschulgründung wie auch des laufenden Aufwandes für die nächsten 10 Jahre sichern sollte und trägt auch heute noch wesentlich zum Ausbau und dem Betrieb der Universität bei.
Zug um Zug geht es ab 1962 mit der Errichtung der „Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften“ bergauf. Instituts-, Hörsaal- und sonstige Gebäude der Campus-Hochschule werden zwischen 1964 und 1969 adaptiert, 1965 beschließt der Nationalrat auf Empfehlung der Österreichischen Rektorenkonferenz die „Erweiterung um eine Technisch-Naturwissenschaftliche Fakultät. Zusätzliche Bauten werden geplant und in Betrieb genommen.
Die Eröffnung und Aufnahme des Studienbetriebs:
Und endlich, am 8. Oktober 1966 erfolgt die Eröffnung und zwei Tage später die Aufnahme des Studienbetriebs an der Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaftlichen Fakultät mit den Studienrichtungen Soziologie, Sozialwirtschaft, Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft und Rechtswissenschaften, dem 1968 die Sozial- und Wirtschaftsstatistik und 1970 die Wirtschaftspädagogik folgt. Mit dem Wintersemester 1969/70 nimmt die Technisch-Naturwissenschaftliche Fakultät den Forschungs- und Lehrbetrieb auf und bietet die Studienrichtungen Technische Mathematik, das Lehramt Mathematik-Physik, Informatik und das Kurzstudium Rechentechnik und wird ein Jahr später um die Technische Physik erweitert.
1975 wird die Umbenennung der Universität in Johannes Kepler Universität Linz beschlossen, es wird der Lehrbetrieb der Fachdisziplin Chemie begonnen und das interfakultäre Studium Wirtschaftsingenieur-Technische Chemie, zunächst als Studienversuch angeboten. Bauliche Auf- und Umbauphasen prägen die nächsten Jahre, der Campus wird mit der Eröffnung des TNF-Turms, benannt nach der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.
Der Höhenflug der Johannes-Kepler-Universität Linz:
Die Zahl der Inskripierten übersteigt im Wintersemester 1984/85 erstmals die magische Grenze von 10.000, mehr als die Hälfte davon wird allein an der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ausgebildet. Seit 1980 werden auch Universitätslehrgänge eingerichtet und unterliegt seither einer steten Expansion. 1987 wird das Forschungsinstitut für Symbolisches Rechnen gegründet und zieht 1989 in das neu renovierte Schloß Hagenberg und bildet heute gemeinsam mit anderen Instituten, einer Fachhochschule und Firmen ein zukunftsweisendes Technologiezentrum, geführt unter dem Namen „Softwarepark Hagenberg“.
1992 entsteht „LIZENS“, das universitäre Linzer Zentrum für Supercomputing herausgehend einer gemeinsamen Initiative vom Land Oberösterreich, der Stadt Linz und der Universität Linz. Hochleistungsrechner, Visualisierungslabor sowie breites Wissen werden für komplexe Simulationen werden den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Industrieunternehmen in Oberösterreich angeboten und dienen der universitären Forschung. 1992 erfolgt die Inbetriebnahme des Halbleiterphysikgebäudes und es entsteht damit am Campus ein österreichisches Zentrum der universitären Halbleiterforschung.
Die "Neuzeit" an der Universität Linz:
Zwischen 2000 und 2002 treten neue Studienpläne infolge der tiefgreifenden Studienrechtsreform in Kraft, das Strategiekonzept der Johannes Kepler Universität wird ausgearbeitet und definiert die künftigen Exzellenz- und Aufbauschwerpunkte. Seit 1. Jänner 2004 ist die Universität gemäß Gesetz aus der Bundesverwaltung ausgegliedert und ist juridische Person öffentlichen Rechts und der 2006 geschlossene Entwicklungsplan sieht in der Forschung weitere auszubauende Exzellenzschwerpunkte vor und legt Aufbauschwerpunkte fest. Im Bereich Wirtschaftsrecht wird das Bachelorstudium, in der Bioinformatik das Masterstudium neu eingerichtet.
Die Fakultäten der Johannes Kepler Universität Linz:
Derzeit gibt es an der Universität Linz drei Fakultäten:
Die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät (SoWi), die Technisch-Naturwissenschaftliche Fakultät (TNF) und die Rechtswissenschaftliche Fakultät (Re) sowie mehrere Fernstudienzentren.
Die Johannes Kepler Universität Linz ist eine von 4
Universitäten in Oberösterreich und eine von 34
Universitäten in Österreich.