Mit der im Jahr 2005 akkreditierten Sigmund Freud Privatuniversität Wien wird weltweit erstmals ein Vollstudium der Psychotherapiewissenschaft angeboten. Dazu stehen acht Psychotherapieschulen mit Psychoanalyse, Individualpsychologie, Systemische Therapie, Integrative Gestalttherapie sowie in Kooperation mit anderen Ausbildungsträgern Personzentrierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Existenzanalyse und Transaktionsanalyse zur Auswahl.
Die Sigmund Freud Privatuniversität Wien heute:
Mit der Sigmund Freud Privatuniversität am Standort Schnirchgasse 9a im 3. Wiener Gemeindebezirk verfügt Österreich über eine überaus kompetente Lehranstalt, an der Studierende mit einer gründlichen Ausbildung in wissenschaftlichem Denken und Handeln sowohl auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes wie auch auf ein mögliches anschließendes human- und sozialwissenschaftliches Magisterstudium vorbereitet werden. Schon in den ersten Semestern werden die Studierenden in Forschungsprojekte eingebunden.
Doch das war nicht immer so:
Die Wurzeln der Psychotherapie reichen weit in die Menschheitsgeschichte zurück. Es beschäftigten sich Schamanen und andere Heiler, Priester und Ärzte mit Menschen, die an existentiellen Krisen ebenso litten wie an Ängsten, Depressionen und psychosomatisch bedingten Erkrankungen und versuchten, denen Hilfe anzubieten.
Vor rund 300 Jahren erst entstand daraus die wissenschaftliche und moderne Psychotherapie, die wiederum durch Siegmund Freud (1856 - 1939) eine intensive Konzeptualisierung erfuhr. Durch die intensive Erforschung des Seelenlebens durch Freud konnten wesentliche Beiträge zum Verständnis des modernen Menschen geliefert werden.
Im letzten Abschnitt des letzten Jahrhunderts, etwa ab 1985, begannen weltweit Bemühungen, die Psychotherapie als eigene Forschungsdisziplin und als eigenen Berufsstand zu verankern. Österreich spielte dabei eine entscheidende Rolle, denn bereits 1990 wurde das erste Psychotherapiegesetz im Parlament verabschiedet, das die Psychotherapie als eigenen, selbständigen Berufsstand verankert und in dem darüber hinaus die Psychotherapieausbildung auf wissenschaftlicher Grundlage normiert wurde.
Dafür fehlte bisher allerdings die grundsätzliche Einbindung in die akademische Welt, sowohl hinsichtlich der Ausbildung als auch in der Forschung. Diese Tatsache nahmen beherzte Ärzte und Fachleute in Wien auf und versuchten, sich über alle sich stellenden Hürden hinwegzusetzen und trotz der intensiven Bemühungen und dem steten Glauben an die Umsetzung sollte es noch mehr als zehn Jahre dauern, bis endlich, 2003, konkrete Erfolge sich abzuzeichnen begannen. Basierend auf dem Universitäts-Akkreditierungs-Gesetz (UniAkkG) war auch mittlerweile die gesetzliche Grundlage für die Zulassung von privaten Bildungsinstitutionen mit universitärem Charakter geschaffen.
Die konkreten Schritte zur Gründung:
Die Überlegungen reiften weiter und 2004 konnte man das Modell der Privaten Universität mit dem Schwerpunkt in der Psychotherapieausbildung der Öffentlichkeit vorstellen und bekam mit der Akkreditierung auch die rechtliche Basis für den endgültigen Start im Jahr 2005. Die Sigmund Freud Privatuniversität Wien (SFU) war damit gegründet und nahm ihren Betrieb auf.
Erstmals war es weltweit möglich, ein Vollstudium der Psychotherapiewissenschaft zu inskribieren. Die drei elementaren Ausbildungselemente dabei: die Selbsterfahrung, die Praxis unter Supervision und die theoretische Ausbildung.
Ein identisches Modell wird nun auch in der Psychotherapieforschung beabsichtigt. Das eigentliche Ziel ist dabei aber nicht nur die objektivierende Datenerhebung ist, sondern vor allem die Bedeutungsgebung im jeweiligen subjektiven Sinnkontext der Untersuchten. Die Psychotherapieforschung "evidence based" hat in den letzten Jahrzehnten schon große Fortschritte gemacht und die Zusammenführung von Forschung mit den Praktikern der Psychotherapie ist ein großes Anliegen der Sigmund Freud Privatuniversität, denn das gegenseitige Lernen ist Garant dafür, die Qualität der psychotherapeutischen Forschungsergebnisse und damit der Patientenbehandlung noch steigern zu können.
Das Studienangebot der Sigmund Freud Privatuniversität:
Psychotherapiewissenschaft bakk:
Die Studiendauer beträgt 6 Semester und wird mit dem akademischen Grad Bakkalaureus/Bakkalaurea für Psychotherapiewissenschaft abgeschlossen.
Psychotherapiewissenschaft mag:
Aufgebaut auf den Studiengang Bakkalaureat, dauert 4 Semester und schließt mit dem akademischen Grad Magister/Magistra der Psychotherapiewissenschaft.
Studiengang Doktorat:
Für Absolventen des Magisterstudiums, fachlich in Frage kommender Studienrichtung und mit intensiver psychotherapeutischer Erfahrung dauert das Studium 4 Semester und wird mit dem akademischen Grad Doktor der Psychotherapiewissenschaft, Dr. sci. pth., abgeschlossen. Dieser Studiengang ist bereits akkreditiert aber noch nicht durch das Bundesministerium genehmigt.
Psychologie als Studiengang Bakkalaureat:
Dieser Studiengang dauert 6 Semester und ist mit einer intensiven persönlichen Betreuung durch das Team der Lehrenden begleitet und wird mit dem international anerkannten akademischen Grad Bakkalaureus/Bakkalaurea für Psychologie abgeschlossen. Die Programme Magister und Doktorat sind in Planung.
An Universitätslehrgängen werden angeboten:
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (Master of Arts):
Der Lehrgang erstreckt sich über eine Länge von 4 Semestern und kann berufsbegleitend absolviert werden
Der Universitätslehrgang Empirisch-statistische Forschungsmethodik (Master of Science):
Hier wird eine grundlegende Ausbildung in den Techniken, die quantitativem Forschen zugrunde liegen, vermittelt und schließt mit dem Titel eines Master of Science.
Der Masterlehrgang für Verkehrspsychologie (Master of Science), als neuestes Angebot der Sigmund Freud Privatuniversität, wird seit Oktober 2007 angeboten. Es ist damit das erste derartige Weiterbildungsprogramm, das auch die behördlichen Richtlinien der Nachbarländer Schweiz und Deutschland berücksichtigt. Der Masterlehrgang dauert vier Semester.
Sonstige Weiterbildungsangebote der Sigmund Freud Privatuniversität:
Es sind als Weiterbildungsangebote die Diplomkurse Beratung von Kindern, Jugendlichen und Eltern und Kognitive Entwicklungsförderung ausgeschrieben wie die Kinderschutzschulung und der Weiterbildungslehrgang für Säuglings-Psychotherapie und Baby-Care-Beratung.
Die Sigmund Freud Privatuniversität in der Zukunft:
Die Privatuniversität zeigt sich sehr aufstrebend und wird für die nächsten Semester das Angebot massiv ausbauen. In naher Zukunft schon, ab dem Sommersemester 2008 wird es zumindest drei neue Weiterbildungslehrgänge geben. Das sind:
Psychopharmakologie für in der Psychiatrie Tätige
Behandlungsmethoden in der Psychiatrie
Psychopharmakologie für Ärzte der Allgemeinmedizin
Der Namensgeber der Privatuniversität:
Sigmund Freud, als Sigismund Schlomo Freud geboren am 6. Mai 1856 im mährischen Freiberg (Příbor), war ein bedeutender österreichischer Arzt und Tiefenpsychologe und erlangte als Begründer der Psychoanalyse und auch als Religionskritiker große Bekanntheit. Als Sohn jüdischer Eltern hat er, selbst als Atheist, die Bedeutung des Judentums für sich hervorgestrichen. 1859 übersiedelte die ganze Familie Freud aus wirtschaftlichen Gründen nach Wien und Sigismund besuchte dort ab 1865 das Realgymnasium in Wien-Leopoldstadt wo er 1873 als hervorragender Schüler die Matura mit Auszeichnung ablegt.
Im gleichen Jahr immatrikulierte Freud sich an der medizinischen Fakultät der Universität Wien und befaßte sich bald schon an der Zoologischen Versuchsstation Triest mit Untersuchungen an Tieren. 1881 promovierte Freud zum Doktor der Medizin und tritt ein Jahr später eine Stelle im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien an. Sein Arbeitsplatz bis 1885: Das Laboratorium für Gehirnanatomie.
Daneben befaßte sich Freud mit der Forschung über Kokain und schreibt eine Studie, „Über Coca“, nach Selbstexperimenten. Einen mißlungenen Versuch, seinen morphiumsüchtigen Freund mittels Kokain zu heilen, gibt Freund nie öffentlich zu, nur in persönlichen Briefen kann man Ansätze dafür erkennen. Biographische Auswertungen haben auch ergeben, daß Sigmund Freud selbst lange und viel Kokain genommen haben muß. 1886 erfolgte die Verehelichung mit der Rabbinertochter Martha Bernays (1861 – 1951). Aus dieser Ehe entstammen 6 gemeinsame Kinder, Mathilde, Jean Martin, Oliver, Ernst August, Sophie und Anna.
Die gemeinsam mit dem Arzt Josef Breuer erfolgte Erarbeitung einer Sprechtherapie führt zur Vorstufe der heutigen Psychoanalyse. Freud wird Privatdozent für Neuropathologie an der Universität Wien und leitet von 1886 an die neurologische Abteilung im „1. Öffentlichen Kinder-Krankeninstitut“ von Max Kassowitz (1842 – 1913) bis 1897.
Ausgehend von einem Besuch in Nancy 1889, schließt Freud aus Versuchserfahrungen, daß es etwas geben mußte, das für einen Großteil der menschlichen Handlung verantwortlich ist – er meinte das Unterbewußtsein. 1891 übernahm Freud von seinem Arztkollegen Victor Adler die Ordination in der Berggasse 19, wirkte und wohnte hier bis kurz vor seinem freiwilligen Tod am 23. September 1939, dem eine mehr als 15 Jahre andauernde, stets verschimmernde Krankheit vorausging.
1971 wurde in der langjährigen Wohnung und Praxis in der Berggasse das Siegmund-Freud-Museum eröffnet. Ein anderes Freud-Museum befindet sich in seiner Exilwohnung in London, die er im letzten Jahr seines Lebens bewohnt hatte und von seiner Tochter Anna als Museum errichtet wurde. Hier befindet sich auch die Mehrzahl der Bücher und Möbel Freuds, ebenso die berühmte Couch.
Veranstaltungen an der Sigmund Freud Privatuniversität:
An der Privatuniversität gibt es jede Menge von fachspezifischen Veranstaltungen wie auch den Bereich tangierende. Zu den fixen Veranstaltungen zählt die Donnerstag-Vortragsreihe an der SFU. Jeweils Donnerstag abends finden im Universitätsgebäude Schnirchgasse 9a, Vorträge zu psychotherapeutischen Themen statt. Dabei hat jedermann die Möglichkeit, gegen einen geringen Regiebeitrag, daran teilzunehmen.
Neben Vorträgen, Seminaren und Tagungen gibt es an der Privatuniversität auch immer wieder interessante Ausstellungen, Buchpräsentationen und Podiumsdiskussionen. Am Tag der offenen Tür an der Siegmund Freud Privatuniversität konnten sich Interessierte über die Vielzahl der Bildungsmöglichkeiten „hautnah“ informieren, den kurzweiligen Vorträgen und Diskussionen beiwohnen oder die Arbeit der psychotherapeutischen Ambulanz kennenlernen.
Die Sigmund Freud Privatuniversität Wien ist eine von 14 Universitäten in Wien und eine von 34 Universitäten in Österreich.
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