Im Norden von Oberösterreich, begrenzt durch die Donau im Süden, Tschechien im Norden, Bayern im Westen und Niederösterreich im Osten, liegt die Tourismusregion Mühlviertel. Die vielfältige
Urlaubsregion umfasst insgesamt vier politische Bezirke von Oberösterreich: den
Bezirk Rohrbach, den
Bezirk Urfahr-Umgebung sowie den
Bezirk Freistadt und den
Bezirk Perg. Neben der einzigartigen Landschaft, den typischen Bauernhäusern und anderen historischen Gebäuden ist es vor allem der raue Charme der
Tourismusregion Mühlviertel, der die Besucher immer wieder aufs Neue fasziniert.
Mumien, Stifter, Glas – Kunst, Kultur und Mythologie in der Tourismusregion Mühlviertel:
Das heutige Mühlviertel wurde bereits im Altertum besiedelt, und seit dieser Zeit
umgibt die Urlaubsregion in Oberösterreich eine mystische, geheimnisvolle Aura. Viele Waldlichtungen wurden von den Priestern der alten Religionen zu Kultplätzen ernannt, ebenso wie die für das
Mühlviertel typischen Granitfindlinge und die Pechsteine.
Eine sowohl aus mystischer wie auch aus archäologisch-anthropologischer Sicht interessante Besonderheit stellt der „Luftg’selchte Pfarrer“ dar. Die Mumie wurde auf dem Friedhof in
St. Thomas am Blasenstein gefunden und ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen auf natürliche Weise mumifiziert.
Höchstwahrscheinlich handelt es sich bei der Mumie um den ehemaligen Pfarrvikar und Chorherrn Franz Xaver Sydler de Rosenegg, der die letzten Jahre seines kurzen Lebens in St. Thomas als Pfarrvikar
verbrachte, ehe er mit 37 Jahren starb.
Doch nicht nur die Mythologie hat im Mühlviertel eine lange Tradition, auch der Kultur wird seit jeher ein großer Stellenwert zugeschrieben. Viele bekannte Künstler in den unterschiedlichsten Genres
haben ihre Wurzeln in der Region Mühlviertel oder waren beruflich hier tätig, so beispielsweise der Maler Franz von Zülow, der in seinem Sommersitz in
Hirschbach unzählige Gemälde schuf, oder der Komponist Anton Bruckner, der einige Jahre lang als Hilfslehrer in
Windhaag bei Freistadt seine Brötchen verdiente und nebenbei auch seine ersten Musikstücke komponierte.
Untrennbar mit dem Mühlviertel verbunden ist aber der Name Adalbert Stifter. Der aus Oberplan im heutigen Tschechien stammende Stifter war einige Jahre in Linz als Landesschulinspektor tätig und
kümmerte sich während dieser Zeit auch um die Restaurierung des Kefermarkter Flügelaltars, einem Juwel der Gotik. Parallel dazu schuf Stifter auch einige seiner bedeutendsten Werke, wie
beispielsweise „Die Landschule“ oder „Witiko“, aber auch seine zweibändige Sammlung „Bunte Steine“ mit der berührenden Erzählung „Bergkristall“ und die Erzählung „Der Nachsommer“ sind in dieser Zeit
entstanden.
Last but not least kann auch das Kunsthandwerk in der Tourismusregion Mühlviertel auf eine lange Geschichte zurückblicken. Vor allem
Sandl
hat sich seit Jahrhunderten als Zentrum der Hinterglasmalerei etabliert.
Sehenswertes in der Tourismusregion Mühlviertel:
Eine Besonderheit, die die Landschaft seit Jahrhunderten auf einzigartige Art und Weise prägt, sind die unzähligen alten Bauernhöfe, die man im ganzen Mühlviertel findet. Sie wurden im sogenannten
Steinbloß-Stil errichtet, bei dem die Fassade von den freiliegenden Granitsteinen geprägt wird.
Ebenfalls zu den absolut sehenswerten Attraktionen der Tourismusregion Mühlviertel gehören die zahlreichen gotischen Kirchen, die in vielen Orten zu finden sind. Eine der schönsten und bekanntesten
ist ohne Zweifel die Pfarrkirche in
Kefermarkt, vor allem wegen des Flügelaltars, der zusammen mit dem von Michael Pacher in
St. Wolfgang und jenem in Krakau zu den Juwelen der gotischen Kirchenkunst gezählt wird.
Auf die Spur der Geschichte kann man sich begeben, wenn man der Bezirkshauptstadt
Freistadt einen Besuch abstattet. Die Stadt im Osten
des Mühlviertels wurde im frühen 13. Jahrhundert von den Babenbergern gegründet und ist vor allem für seine Altstadt mit ihrem gotischen Erscheinungsbild und der nahezu vollständig erhaltenen
Stadtmauern bekannt.