Vor den Toren der Bundeshauptstadt, ganz konkret knapp 80 Kilometer westlich von
Wien, liegt eine der wohl bekanntesten und beliebtesten Urlaubsregionen in
Niederösterreich – die Wachau. Seit Jahrzehnten für die einzigartige Kombination aus historischen Gebäuden und Ortschaften mit der traumhaften Landschaft und einem vielfältigen kulturellen und
kulinarischen Angebot bekannt und gut besucht, wurde der Ferienregion an der Donau im Jahr 2000 von der UNESCO der Titel „Weltkulturerberegion“ verliehen.
Wissenswertes über die Ferienregion Wachau:
Der Name Wachau stammt ursprünglich aus dem Slawischen und wurde als Bezeichnung für den Abschnitt des Donautales verwendet, der sich von Mießlingbach bis zum Watstein, der oberhalb von Dürnstein zu
finden ist, erstreckt. Heute steht derselbe Name für den insgesamt rund 30 Kilometer langen Abschnitt der Donau zwischen
Melk im Westen und
Krems an der Donau im Osten. Die Landschaft der Wachau charakterisiert sich zum einen durch die ufernahen Bereiche, die dank des
günstigen Klimas für den Ackerbau in den unterschiedlichsten Formen bestens geeignet sind, und zum anderen durch die gleich dahinter ansteigenden Hügel, die teils zum Dunkelsteiner Wald, teils zum
Waldviertel gehören. Apropos Waldviertel: der nördliche Teil der Wachau wird diesem Viertel von Niederösterreich zugerechnet, während der südlich der Donau liegende Teil zum Mostviertel gehört.
Gastlichkeit und Geschichte – die Orte in der Wachau:
In kaum einer anderen Ferienregion in Österreich ist die Geschichte so stark mit der Gegenwart verknüpft wie in der Wachau. Nicht zuletzt deswegen, weil die Region seit fast einem Jahrzehnt auf der
Liste der UNESCO-Weltkulturerbe zu finden ist. Von Melk im Westen bis nach Krems im Osten finden sich zahlreiche interessante Orte, die zusammen mit der überall präsenten Gastlichkeit den Zauber der
Wachau ausmachen.
Wir starten im Westen, in Melk. Die Stadtgemeinde liegt direkt am südlichen Ufer der Donau und ist vor allem für sein weithin sichtbares Benediktinerstift bekannt, das einer Festung gleich hoch über
der Donau thront. Seit dem 11. Jahrhundert sind die Benediktinermönche schon in Melk, und seit dieser Zeit haben sie nicht nur unzählige Kinder in der zum Stift gehörenden Schule unterrichtet,
sondern auch eine große Anzahl an historischen Schriften in der großen Bibliothek zusammengetragen.
Weiter geht die Reise entlang der Donau in Richtung Bundeshauptstadt. Einer der interessantesten Orte an der Strecke ist Willendorf in der Wachau, vor allem bekannt für die „Venus von Willendorf“,
einer knapp 11 Zentimeter großen, aus Kalkstein gefertigten Figurine mit üppigen weiblichen Formen, die aus der Jungsteinzeit stammt und heute als eines der bekanntesten Fundstücke Österreichs im
Naturhistorischen Museum in Wien zu bestaunen ist.
Wir wechseln auf das nördliche Donauufer und kommen dort zu einem der wohl geschichtsträchtigsten Orte in der gesamten Wachau –
Dürnstein. Hoch über der Stadt wurde im späten 12. Jahrhundert der englische König Richard I. Löwenherz von den Kuenringern, einem Adels-
und Raubrittergeschlecht, festgehalten, als er sich mit seinem Gefolge auf der Heimreise vom dritten Kreuzzug befand. Erst durch die Zahlung von Lösegeld in der Höhe von 150.000 Mark in Silber kam
Richard Löwenherz wieder frei und konnte in England seinen unbeliebten Bruder John, der mittlerweile den Thron übernommen hatte, wieder verdrängen. Niederösterreich verdankt dieser Gefangennahme im
übrigen die Gründung von
Wiener Neustadt, wofür ein Großteil des Lösegeldes verwendet wurde.
Die Reise durch die Wachau neigt sich ihrem Ende, denn wir sind bereits in Krems an der Donau, der östlichen Begrenzung der Ferienregion, angekommen. Krems ist heute nicht nur als Weinbaustadt mit
langer Tradition bekannt, sondern auch für unzählige Messen und als Industriestandort sowie als Statutarstadt. Zu den Sehenswürdigkeiten in Krems und Umgebung zählen unter anderem die
Bürgerspitalskapelle mit der Inschrift „A.E.I.O.U“, dem Wahlspruch von Kaiser Friedrich III., das ganz in der Nähe liegende Schloss Grafenegg und das am anderen Donauufer befindliche
Benediktinerstift Göttweig.
Alles Marille – die Landwirtschaft in der Wachau:
Wenn sich sogar die Politiker im fernen Brüssel mit den mittlerweile weltberühmten Marillen aus der Wachau befassen, dann müssen sie wirklich was ganz Besonderes sein. Immerhin sind sie innerhalb der
EU markenrechtlich und mit ihrem Namen geschützt. Ihre Einzigartigkeit verdanken sie unter anderem den besonderen klimatischen Bedingungen, die durch die Lage der Wachau zwischen Bergen und Wasser
gegeben sind.
Doch nicht nur die Marillen aus der Wachau sind überall bekannt, auch die Weine aus der Wachau haben einen hohen Erkennungswert. Marken wie „Steinfeder“ (leicht), „Federspiel“ oder „Smaragd“ sind
untrennbar mit der Wachau verbunden und stehen für Weine von allerhöchster Güte und Qualität.
In der Heimat von „Mariandl“ – Tourismus in der Wachau:
Ein Film und das daraus stammende Lied sind untrennbar mit der Wachau verbunden: „Mariandl“. Der Originalfilm mit dem Titel „Der Hofrat Geiger“ stammt aus dem Jahr 1947, in den folgenden Jahren
wurden zwei Remakes sowie eine Fortsetzung gedreht.
Durch diese Filme wurde die gesamte Wachau, insbesondere aber die Gegend rund um
Spitz, im gesamten deutschen Sprachraum und darüber
hinaus bekannt und zu einem der ersten Tourismusmagneten nach dem Zweiten Weltkrieg. Dies führte bis heute dazu, dass das touristische Angebot in der gesamten Region stetig ausgebaut wird und die
Region jedes Jahr eine große Anzahl an Gästen aus der ganzen Welt begrüßen kann.