Die Gemeinde Rankweil ist eine von drei Marktgemeinden im
Bezirk Feldkirch im westlichsten österreichischen Bundesland Vorarlberg. Die Heimat von rund
12.000 Einwohnern liegt auf 468 Metern Seehöhe im oberen Rheintal im Dreiländereck zu Liechtenstein und der Schweiz. Während Rankweil selbst und Brederis als Katastralgemeinden die gesamte Gemeinde
bilden, wäre für die Ortschaften Göfis, Frastanz sowie die Bezirkshauptstadt Feldkirch schon eher die Bezeichnung "Nachbargemeinde" angebracht.
Historisches über Rankweil:
Bereits zur Römerzeit war Rankweil unter seinem damaligen Namen „Vinomna“ ein für Handelnde und Reisende gleichbedeutender Verkehrsknotenpunkt. Das kam vor allem davon, dass in Rankweil mehrere
befestigte Straßen der Römer zusammenliefen, darunter auch die damalige Hauptverkehrsstraße vom schweizerischen Chur ins deutsche Augsburg. Die erste urkundliche Erwähnung von Rankweil lässt sich auf
die Mitte des 8. Jahrhunderts zurückdatieren.
Im späten 14. Jahrhundert wurde Rankweil zusammen mit der restlichen Herrschaft Feldkirch von den Grafen von Montfort an die Habsburger verkauft, die das Gebiet wechselweise von Tirol und Freiburg im
Breisgau aus verwalteten. Schon im Jahr 1618 wurde der Gemeinde das Marktrecht verliehen. Obwohl größtenteils in österreichischen Besitz, war Rankweil, so wie der Rest von Vorarlberg, Anfang des 19.
Jahrhunderts Teil des Herzogtumes Bayern, ehe es später wieder zu Österreich kam und im Jahr 1861 in das neugegründete Bundesland Vorarlberg eingegliedert wurde.
Sehenswürdigkeiten der Marktgemeinde Rankweil:
In der knapp 22 km² großen Rheintal-Gemeinde ist „Langeweile“ ein Fremdwort, und daher bietet Rankweil eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten. Als erstes wäre beispielsweise die Wallfahrtskirche
„Unserer Lieben Frauen Mariä Heimsuchung“ zu nennen. Es handelt sich bei dem religiösen Gebäude um ein Bauwerk mit äußerst langer Tradition, die auf die Anfänge des 8. Jahrhunderts zurückgeht. Durch
zahlreiche Um- und Wiederherstellungsarbeiten erhielt das Gotteshaus über die folgenden Jahrhunderte sein heutiges Erscheinungsbild. Besonders sehenswert ist die Mitte des 17. Jahrhunderts
geschaffene „Loretokapelle“, die mit der als „Gnadenbild“ bezeichneten Lindenholzskulptur das Zentrum der Wallfahrer bildet. 1985 erfuhr die Wallfahrtskirche eine besondere Ehre, als sie vom Vatikan
in den Rang einer päpstlichen „Basilica minor“ erhoben wurde, wodurch eine besondere Bedeutung für die Region und gleichzeitige Bindung zum katholischen Oberhaupt symbolisiert werden sollte.
Neben der Pfarrkirche zeugen noch weitere Kirchen und Kapellen in und um Rankweil von der Stellung der Marktgemeinde als Vorarlberger Pilgerzentrum.
Ebenfalls nicht ganz ohne und vor allem für Historiker interessant sein dürfte die Römervilla, die ab dem Jahr 1954 den Bekanntheitsgrad von Brederis gehoben hat. Nach dem Fund der Grundmauern durch
Archäologen wurde das gesamte Gebiet zu einem Freilichtmuseum umgewidmet, übrigens das erste in Rankweil. In den letzten Jahren wurde die Grabungstätigkeit wieder verstärkt, und so ist es auch nicht
weiter verwunderlich, dass schon bald ein weiteres Gebäude gefunden wurde, das sich noch dazu als das Hauptgebäude herausstellte.
Auf die Spur der völlig harmlosen Form der „Spinnerei“ kann man sich in der Spinnerei Rhomberg begeben, der ältesten Spinnerei von ganz Vorarlberg. Erbaut wurde die Fabrik im Jahr 1839, doch wer
glaubt, nur ein profanes Industriegebäude zu sehen, der irrt. Bedingt durch die eigenwillige Lage der Fabrik, wurde dem Gebäude ein einmaliger Baustil zuteil, der nicht nur für Rankweil einzigartig
ist, sondern auch über die Grenzen Österreichs hinaus seinesgleichen sucht.
Sport, Sport und nochmals Sport in Rankweil:
Als Heimatort von Olympiasieger Mario Reiter (Nagano 1998, Alpine Kombination) fühlt sich Rankweil verpflichtet, ein reichhaltiges Sportprogramm für Groß und Klein auf die Beine zu stellen. Auf alle,
die es dem berühmten Sohn der Marktgemeinde gleichtun wollen, warten zahlreiche Schipisten in der Umgebung bereits auf einen Besuch. Aber auch Snowboarder, Langläufer oder Eisläufer kommen in und um
Rankweil voll und ganz auf ihre Kosten. Sommersportler können sich auf den Rad- und Mountainbike-Strecken, im Freibad, beim Laufen oder auf einer der zahlreichen Wander- und Trekkingrouten
austoben.
Rankweil – Zentrum des Genusses:
Der deutsche Volksschauspieler Willy Millowitsch war scheinbar gerade in Rankweil zu Gast, als er folgende Worte an die Nachwelt sprach: „Essen und Trinken sind die drei schönsten Dinge des Lebens“.
Denn in kaum einer anderen Gemeinde wird der kulinarische Genuss derart großgeschrieben wie in Rankweil. Über das Jahr verteilt, bieten nicht nur die zahlreichen Märkte der oft als „Garten
Vorarlbergs“ bezeichneten Marktgemeinde, sondern auch die herausragende Gastronomiekultur ein breites Spektrum an unterschiedlichen Genüssen an. Ganz egal, ob man lieber in einem feinen Haubenlokal
diniert oder sich mit Freunden in einem der bürgernahen Gasthäuser trifft, man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass der Küchenchef mit viel Liebe ans Werk geht. Dementsprechend exzellent ist dann
auch die Qualität der georderten Speisen.
Weiteres Wissenswertes über Rankweil:
In Rankweil und Umgebung empfiehlt es sich, immer die Augen offen zu halten. Denn an allen Ecken und Enden finden sich Zeugnisse der jahrhundertealten Geschichte der Vorarlberger Marktgemeinde. Die
meisten dieser „Zeugen“ befinden sich am „Rankweiler Kulturpfad“, der quer durch den Ort führt. Zu den Stationen zählen unter anderem das alte Waschhaus, das Rathaus oder das Antoniushaus.
Neben dem Freilichtmuseum in Brederis gibt es aber auch noch weitere Museen in Rankweil. Im Küblereimuseum wird die Geschichte eines beinahe schon vergessenen Berufes aufgezeigt, des Küblers, auch
Fassbinder genannt. Diese Sonderform des Küfers stellt bis heute vor allem fassähnliche Gegenstände, die in erster Linie in der Landwirtschaft eingesetzt wurden und zum Teil noch werden.
Ein weiteres Museum in Rankweil widmet sich dem Schaffen der Vorarlberger Dichterin Natalie Beer.