Die Gemeinde Raggal liegt im politischen
Bezirk Bludenz in Vorarlberg auf 1015 Höhenmetern. Die rund 900 Einwohner der Gemeinde Raggal verteilen sich
auf eine Fläche von 41 km² der Ortsteile Marul, Plazera, Litze und Raggal. Die Umgebung der Gemeinde Raggal wartet mit zahlreichen Bergen und Almen auf die Besucher, auf denen nicht nur die
traumhafte Landschaft, sondern auch die kulinarischen Früchte der Landwirtschaft genossen werden können.
Abriss der Historie von Raggal:
Die ersten Siedler in der Region des heutigen Raggal waren die Rätoromanen, die sich im 12 und 13. Jahrhundert von der Schweiz aus hier niederließen und der Gemeinde auch ihren Namen gaben. Anfang
des 14. Jahrhunderts wurden sie von Walsern abgelöst, die das Gebiet nicht nur sprachlich, sondern auch wirtschaftlich und juristisch prägten. In enger Verbindung steht Raggal, so wie viele Orte in
Vorarlberg, mit dem Kaisergeschlecht der Habsburger, die die Gegend wechselweise von Tirol und Freiburg im Breisgau aus regierten. Im frühen 19. Jahrhundert ging die Herrschaft über Raggal
kurzfristig an die Bayern, ehe die Gemeinde wieder unter österreichische Verwaltung kam. Seit dem Jahr 1861 ist Raggal ein offizieller Teil des Bundeslandes Vorarlberg.
Die Erhaltung der diversen Brauchtümer wird auch heute noch großgeschrieben, wobei vor allem der erste Sonntag nach Aschermittwoch als „Funkensonntag“ für reges Zuschauerinteresse sorgt.
Touristische Highlights von Raggal:
Dazu zählen ohne Zweifel die zahlreichen Alpen in der Umgebung von Raggal. Obwohl jede einzelne für sich wunderbar in Landschaft eingebettet ist, wird die Untere Laguz-Alpe gerne als die schönste von
ihnen bezeichnet. Auf dieser Alpe wird auch in großem Stil Butter und Käse hergestellt, die nicht nur in Vorarlberg die Gaumen erfreuen. Einer der bekanntesten Käse der Region ist der „Walserstolz“,
ein mehrfach preisgekrönter Käse, der aus bester silofreier Rohmilch hergestellt wird und vom Ortsteil Marul aus die Käsetheken der Welt erobert.
Wer einmal hautnah miterleben will, wie Käse entsteht, der ist in der Bio-Sennerei in Marul genau richtig. Der zertifizierte Bio-Betrieb liegt auf 1030 Metern Seehöhe und füttert die Tiere nur mit
Gras oder Heu, kombiniert mit Bio-Kraftfutter, da die Silofütterung in der Bergkäse-Region streng verboten ist. Die Bio-Bauern sind stolz auf die gleichbleibende Qualität ihrer Produkte und lassen
sich sicherlich gerne von den Besuchern über die Schulter blicken.
Sportbegeisterte Besucher von Raggal kommen in dem anmutigen Bergdorf im Großen Walsertal voll und ganz auf ihre Kosten. Im Winter bieten die Berghänge der Umgebung die Möglichkeit, auf ein oder zwei
Bretteln ins Tal zu sausen, darüber hinaus lädt die Walserhalle zu diversen sportlichen Aktivitäten wie Tennis oder Basketball ein. Im Sommer wie Winter interessant sind die Wanderungen, die in den
Wintermonaten auch mit Schneeschuhen durchgeführt werden können.
Ein wichtiges Merkmal von Raggal ist die Tatsache, dass es keine typischen Großgebäude in Sachen Tourismus gibt. Das Hauptaugenmerk ist dagegen auf die Unterbringung der Besucher in kleinen Pensionen
oder Privathaushalten gerichtet.
Der Biosphärenpark von Raggal:
Seit November 2000 ist die Region rund um Raggal um eine besondere Attraktion reicher. Damals ernannte die UNESCO das Große Walsertal zum Biosphärenpark. Das Ziel dieses Parks ist es, die natürlichen
Schätze der nicht industrialisierten Region auf eine Weise zu nutzen und zu entwickeln, die einerseits die Natur schont, andererseits aber auch den Bewohnern zu Gute kommt. Diese Zielsetzung soll mit
der konzentrierten Verwendung von regionalen Produkten in den örtlichen Gastronomiebetrieben sowie mit einem wachsenden Angebot an Naturerlebnisferien und Naturkundekursen erreicht werden.
Sehenswertes in und um Raggal herum:
Das mit Abstand wichtigste Bauwerk der Region ist die 1789 errichtete Lasanggabrücke, die den Weg ins hintere Große Walsertal ermöglicht und bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die einzige Verbindung
darstellte. Heute steht eine der ältesten Brücken Vorarlbergs unter Denkmalschutz, da sie die letzte noch erhaltene gedeckte Holzbrücke des Tales ist. Ihr Name „Lasangga“ kommt übrigens aus dem
Rätoromanischen und bedeutet soviel wie „Wildbach“.
Im Ortsteil Marul wurde Mitte des 18. Jahrhunderts die Kuratienkapelle errichtet, die der Hl. Katharina geweiht ist. Darüber hinaus steht in Raggal selbst die Pfarrkirche zu Sankt Nikolaus und
Theodul, die Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut wurde.
Natürlich bietet auch die Natur rund um Raggal einiges wirklich Sehenswertes an. So gibt es mehrere geschichtsträchtige Bäume, die ob ihrer Größe und Lage in den Jahren seit 1955 zu Naturdenkmälern
ernannt wurden. Aber auch die größte Gipshöhle des Alpenraumes, die Trübbachhöhle in der Nähe der Laguz-Alpe, erwartet mit einer Gesamtganglänge von 423 Metern auf ihre Besucher.
Die Nähe der Vielfalt in Raggal:
Aufgrund seiner Lage in der Nähe von
Bludenz ergeben sich unzählige Möglichkeiten, von Raggal aus Abstecher in die nähere und etwas weitere
Umgebung zu starten. Ein Besuch auf der Schattenburg in
Feldkirch kann ebenso ins Auge gefasst werden wie eine Wanderung in einem der
Nachbartäler, aber auch die Landeshauptstadt
Bregenz ist von Raggal aus keine Weltreise entfernt. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von
Museen, die vor allem bei nicht ganz so idealem Wetter eine perfekte Alternative darstellen und sich über zahlreichen Besuch freuen.