Die Eisenbahner-Gemeinde Selzthal im
Bezirk Liezen liegt am Zusammenfluss der Enns und der Palten. Der Ort erstreckt sich auf einer Fläche von 17 km² auf
einer Seehöhe von 636 Meter. Der Bau der Kronprinz-Rudolf-Bahn war der Beginn der heutigen Gemeinde, die bis dahin vorwiegend landwirtschaftlich genutzt wurde. Selzthal mit seinen Ortschaften
Neulassing und Versbichl, ist oft „nur“ als bedeutender Bahnknotenpunkt bekannt, doch der obersteirische Ort hat durchaus noch viel mehr zu bieten und entwickelt sich zusehends zu einem beliebten
Urlaubsziel.
Geschichte von Selzthal
Die ersten Siedler in Selzthal waren bereits lange vor Christus Römer, Slawen, Illyrer und Kelten. Auch der Name selbst erinnert an das slawische
„
sedlce“ (Ansiedlung, Dorf, Sattel). Die Geschichte des Ortes ist eng mit der des Benediktinerklosters in
Admont, gegründet 1074,
verbunden. Lange Zeit wurde Selzthal von den Stiftsherren vorwiegend jagd- und forstwirtschaftlich genutzt, bis man begann, im Gampermoos Torf, der als Brennstoff für die Eisenerzeugung verwendet
wurde, abzubauen. Nachdem die Gefahr eines Hochwassers von der Palten gebannt war, wurde auch die Enns reguliert und der Bau der Kronprinz-Rudolf-Bahn, die von
St. Michael nach
Rottenmann führte, wurde voran getrieben. Von da an
entwickelte sich der Ort sehr schnell zum Bahnknotenpunkt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt Selzthal seinen endgültigen Namen. Schwere Krisen musste Selzthal während der Zeit des 1. und 2.
Weltkrieges überstehen, doch in der Zeit danach ging der Wiederaufbau rasch voran. Selzthal ist freilich heute noch stark mit der Eisenbahn verbunden.
Sehenswürdigkeiten in Selzthal
Bei einem Besuch in Selzthal darf man die Möglichkeit einer ÖBB-Erlebnisreise, wie beispielsweise ins Salzkammergut oder durch den Nationalpark Gesäuse keinesfalls ungenutzt lassen. Im
denkmalgeschützten Rundschuppen am Bahnhof können E-Lokomotiven aus den Jahren 1924 bis 1952 besichtig werden – hier ist eine Voranmeldung nötig. Für Eisenbahnliebhaber sei auch noch die Denkmallok
(Reihe 52) erwähnt, die vis-à-vis des Bahnhofs zu bewundern ist.
Aktiv in Selzthal
Viele verschiedene Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung stehen in Selzthal zur Verfügung. Der Hausberg der Selzthaler, das Dürrenschöberl lockt im Sommer sowie im Winter Bergsteiger und
Tourenskifahrer in 1.737 Meter Höhe. Ein wunderschöner Ausblick über das Ennstal und bis zum
Grimming entschädigt für die Mühen des
Aufstiegs.
Sehr beliebt bei jung und alt ist der Rastlandradweg, der seinen Ausgangspunkt in Selztal hat und über eine 72 Kilomenter lange Strecke, die in rund 4 bis 5 Stunden bewältigt werden kann, nach St.
Michael führt. Ebefalls allseits beliebt ist der Radmarathon mit Start und Ziel in Selzthal, der 2007 bereits zum 27. Mal abgehalten wurde und stets viele Teilnehmer anzieht. Eine Strecke von 90 oder
150 Kilometer muss bewältigt werden.
An heißen Sommertagen bietet das 2002 neu eröffnete Erlebnisfreibad mit tollem Kinderbereich, einer Wasserrutsche und Strömungsbereich Abkühlung. Spannende Turniere werden auf der Stocksportanlage
abgehalten – im Sommer auf Asphalt, im Winter auf Eis, neben einem Eislaufplatz, der für die Kindern eine willkommene Abwechslung darstellt. Viele Kinder aus der nähren Umgebung nehmen an den
Skikursen beim Skilift auf der Mitteregger-Wiese teil.
Vereine in Selzthal
Zusammenhalt und Gemeinschaft werden in Selzthal groß geschrieben, und so finden sich hier eine Vielzahl von Vereinen: Kinderfreunde, Kneipp-Bund, Motorsportclub, Tennisverein und viele mehr finden
bei der Bevölkerung großen Zuspruch. Ebenso ist das Brauchtum in Selzthal keinesfalls in Vergessenheit geraten. Das alljährliche Krampusspiel der Moosteufeln ist seit 2003 ein sehenswertes Spektakel.
Die handgefertigten Masken der Moosteufel stammen übrigens vom Salzburger Bildhauer Reinhard Feldinger. Erwähnt sei hier auch noch der Eisenbahner Musikverein, der stets für eine tolle musikalische
Untermalung von Festen und Feierlichkeiten sorgt.