Am rechten Donauufer liegt die Marktgemeinde Bad Deutsch-Altenburg. Die rund 1400 Einwohner zählende Gemeinde im Bezirk
Bruck an der
Leitha erwartet liegt an den Ausläufern des Pfaffenberges auf 148 Metern Seehöhe gelegen und erstreckt sich über eine Fläche von 12 Quadratkilometer.
Geschichtliches über Bad Deutsch-Altenburg:
Die Region war bereits zur Römerzeit besiedelt, was nicht zuletzt durch die reichhaltigen Funde aus dem nahegelegenen Carnuntum belegt wird. So wie die umliegenden Gemeinden auch war Bad
Deutsch-Altenburg damals Teil der Provinz Pannonien. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahre 1297, wobei bereits im 11. Jahrhundert eine Burg dort gewesen sein muss.
Wie Bad Deutsch-Altenburg zum Bad wurde:
„Schuld“ daran ist die Jod-Schwefelquelle, die im Ortsgebiet von Bad Deutsch-Altenburg gefunden wurde und eine der stärksten ihrer Art in ganz Europa ist. Entdeckt wurde sie bereits von den Römern,
die in dem heilkräftigen Wasser der Therme Erkrankungen wie Rheuma und Neurodermitis auskurierten. Heute ist die Therme unter dem klingenden Namen „Therme Carnuntum“ ein Gesundheitstempel mit einem
umfangreichen Wellnessangebot, therapeutischen Einrichtungen und diversen Heilkuren für Groß und Klein.
Sehenswürdigkeiten in und um Bad Deutsch-Altenburg:
Wie schon erwähnt, führt in Bad Deutsch-Altenburg und Umgebung kein Weg an den Römern vorbei. Allen voran zieht das zwischen
Petronell und Bad Deutsch-Altenburg gelegene Carnuntum mit seinen Ausgrabungen rund um die alten Badeanlagen die Besucher
an.
Aber auch im Ort Bad Deutsch-Altenburg selbst beherrschen die Römer das touristische Angebot. Hier ist in erster Linie das Museum Carnuntinum erwähnenswert. Dies ist in einer von Friedrich Ohmann
zwischen 1901 bis 1904 nachgebauten römischen Prachtvilla untergebracht und beherbergt mit rund 3300 Ausstellungsstücken wie Schmuck, Waffen oder Münzen das größte Römermuseum von Österreich. Ein
Teil der Ausstellung ist dem römischen Kaiser und Philosophen Marc Aurel gewidmet, der mehrere Jahre in Carnuntum lebte und hier nicht nur seine „Selbstbetrachtungen“ verfasste, sondern auch die
gesamte Region bis in die Gegenwart herauf beeinflusste. Rund um das Museum selbst befindet sich der Archäologische Park Carnuntum.
In diesem Park kann man das Amphitheater Bad Deutsch-Altenburg bewundern, das in seiner Glanzzeit mehr als 8000 Zuschauern Platz bot und in dem blutige Gladiatorenkämpfe ebenso an der Tagesordnung
waren wie militärische Übungen der römischen Armee oder Tierhetzen. Einen besonders realistischen Einblick in diese Zeit bieten nachgestellte Gladiatorenkämpfe, die mittels aufwändiger Aufführungen
unterschiedliche Blickwinkel auf die Abläufe der Kämpfe und die Kampftechniken der Gladiatoren werfen. Darüber hinaus gibt es im Park auch Sonderausstellungen über die Welt der Arena und der
Gladiatoren sowie über die Gartenkultur der alten Römer, die Kräuter, Obst, Gemüse und Getreide nicht nur in der Küche, sondern auch in der Medizin einsetzen.
Eine weitere Sehenswürdigkeit von Bad Deutsch-Altenburg ist die Marienkirche, eine im romanischen Stil erbaute Pfeilerbasilika, die sich im Nordosten von Bad Deutsch-Altenburg auf einer Bergkuppe
befindet. Der Legende nach wurde sie von Stephan dem Heiligen, dem ersten christlichen König Ungarns, um das Jahr 1000 gegründet. Nach einigen Um- und Zubauten kamen schlussendlich der frühgotische
Chor und der Westturm hinzu, wodurch die Kirche heute zu einer der schönsten Choranlagen Österreichs zählt.
Nur wenige Schritte entfernt steht der spätromanische Karner, ein kreisrundes Beinhaus aus dem 13. Jahrhundert, das heute von der Gemeinde Bad Deutsch-Altenburg als Aufbahrungshalle genutzt
wird.
Ausflugsziele rund um Bad Deutsch-Altenburg:
Nur wenige Kilometer von Bad Deutsch-Altenburg entfernt, auf der Strecke zwischen
Wien und Bratislava, liegt der Nationalpark Donauauen, der 1996 gegründet
wurde. Die hier unreguliert fließende Donau bildet die Lebensader des Parkes, der mit seinen 9300 Hektar Fläche die letzte große Flussaulandschaft in Mitteleuropa darstellt. Durch die Unreguliertheit
der Donau ist das natürliche Wechselspiel zwischen Ebbe und Flut noch gegeben, wobei es schon mal zu Pegelschwankungen von bis zu 7 Metern kommen kann. Der gesamte Nationalpark stellt für unzählige
Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsraum dar. Neben 800 verschiedenen Pflanzen findet man noch über 30 Säugetierarten und über 100 unterschiedliche Brutvogelarten.
Wer den Nationalpark besuchen will, benötigt vor allem eins: Zeit, und das nicht zu knapp. Denn die von den Park Rangern geführten Exkursionen und Bootstouren brauchen nun mal ihre Zeit. Trotzdem
sind sie für jedermann, ob Kind oder Erwachsener, ob alleine oder in einer Gruppe, ein lohnendes und zugleich auch lehrreiches Ziel.
Darüber hinaus laden die Schlösser im Marchfeld, wie etwa das frühbarocke Wasserschloss Ludwigstorff unweit von Bad Deutsch-Altenburg, zu einem Besuch ein.
Sport- und Freizeitaktivitäten in Bad Deutsch-Altenburg:
Neben der schon erwähnten Therme Carnuntum warten eine Asphalt- und Eisstockbahn, eine Nordic-Walking-Strecke, die auch unter Laufbegeisterten hellen Anklang findet, sowie mehrere Tennisplätze und
weitläufige Spazierwege auf die Besucher von Bad Deutsch-Altenburg.