Am Ostufer des Neusiedler Sees befindet sich die Markgemeinde
Podersdorf am See auf einer Seehöhe von 121 Meter. Mit rund 2.100 Einwohnern liegt Podersdorf im nördlichen
Teil des Bundeslandes Burgenland. Mit einer Gesamtfläche von 42 Quadratkilometer gehörte Podersdorf bis 1919/20 zu Ungarn und trug den Ortsnamen Patfalu. Podersdorf am See gehört zum Bezirk Neusiedl
am See.
Die historische Geschichte von Podersdorf am See:
Funde aus der
Steinzeit und
Bronzezeit stehen dafür, dass das Gebiet um Podersdorf ein alter
Siedlungsgrund ist. Im Jahr 9 n. Chr. errichteten die Römer die
Provinz Pannonien und gaben dem Land um den Neusiedler See den Namen des keltischen Volker
Boierwüste, da diese das Gebiet besiedelten. Durch die Abholzung der Eichewälder des Seewinkels durch die Römer entstand die kahle Pusztalandschaft. Zur Zeit Kaiser Probus wurden die
ersten Weingärten angelegt.
Podersdorf war immer wieder einfallenden Reitervölkern wie den Hunnen, Awaren und Magyaren ausgesetzt. Ebenso war Podersdorf von Eroberungen und Besiedelungen der Goten, Sueben und slawischen Stämmen
bedroht.
Nach der Hochzeit des magyarischen König Stefan mit der bayerischen Prinzessin Gisela im Jahr 1002 wanderten bayerische Adlige, kirchliche Orden und Siedler nach Ungarn aus. Im Jahr 1021 siedelte man
die besiegten Petschengen zur Sicherung der Grenze am Neusiedlersee an.
Im 13. Jahrhundert übernahmen die Grafen Poth den Ort Podersdorf und Potzneusiedl, was die Namensänderung von Altdorf auf Podersdorf erklärt.
Erstmals urkundlich wurde Podersdorf auf der Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1217, welche König Andreas II von Ungarn zur Bestätigung der Schenkung an den Zisterzienserorden anfertigen ließ.
Während der Kriegswirren des Türkenkrieges, der Schlacht am Kahlenberg, die Kuruzzenaufstände und des Dreißigjährigen Krieges wurde die Bevölkerung von Podersdorf stark dezimiert und der Ort
verwüstet. Ab dem Jahr 1711 wurden Siedler aus dem süddeutschen Raum, vor allem Schwaben und Franken, in das Gebiet von Podersdorf geholt.
Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde nach zähen Verhandlungen Podersdorf, das bis dorthin zu Ungarn gehörte, in den Verträgen von Saint Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen.
Podersdorf mit seinen Sehenswürdigkeiten und Ausflugzielen:
Eine Bootsfahrt hinaus auf den
Neusiedler See bis zur "Illmitzer Hölle" und zurück nach Podersdorf oder eine Fahrt
bei Sonnenuntergang, der Neusiedler See und Podersdorf schenken dem Besucher unvergessliche Augenblicke.
Die im Barockstil erbaute Pfarrkirche in Podersdorf ist der Heiligen Katharina geweiht, wurde im Jahr 1217 erstmals urkundlich erwähnt und bei den Türkeneinfällen zweimal völlig zerstört. Mit
viel Mühe bauten die Bewohner von Podersdorf die Kirche wieder auf. Die neue Kirche wurde im Jahr 1998 erbaut und 2002 seiner Bestimmung übergeben.
Ein Ausflug zu den Mangalizaschweinen, die eine der ältesten rein erhaltenen europäische Schweinerasse ist, lohnt sich ebenso wie ein Besuch im Nationalpark Neusiedler See Seewinkel. Hier wurden rund
50 Prozent der gesamten Fläche der Natur zurückgegeben. Das heißt, dass sich die Natur und Tierwelt hier so entfalten kann, wie sie es schon immer getan hat. Der Besucher hat zu den Naturzonen keinen
Zutritt.
Die größte, noch voll funktionsfähige Windmühle Österreichs steht in Podersdorf. Sie wurde im Jahre 1849 erbaut und steht heute unter Denkmalschutz. Bis ins Jahr 1926 war die Mühle voll in
Betrieb.
Das Strandbad Podersdorf am See wurde zum Familien- und Erlebnisbad für jung und alt umgebaut. Kinder können sich hier in Wigwams verkriechen, rutschen oder in die Sand- und Wasserspielplätze
abtauchen. Aber auch an die Großen wurde gedacht. So bietet das Rasenschach, Cropuet, Tischtennis, Badminton und Kleinfußballfeld ausreichend Freiraum, um die Seele baumeln zu lassen.
Podersdorf hat aber noch mehr zu bieten:
So weit das Auge reicht, sieht man Wasser und sanfte Wellen. Der Ideale Ort für allerlei Wassersportmöglichkeiten wie Surfen, Segeln und noch vieles mehr.
Für Reitfreunde, Tennisfreaks, Bogenschützen, Minigolf-Spieler oder Radfahrer und Wanderer hat Podersdorf genau das richtige Ambiente zu bieten.
Dank des kontinentalen pannonischen Klimas und der temperaturausgleichenden Wirkung des Neusiedler Sees, erlebt man in Podersdorf recht milde Herbsttage, was dem Weinbau sehr zu gute kommt. In der
Region um Podersdorf in der "Kleinen ungarischen Tiefebene", der baumlosen Pußta, findet man zahlreiche kleine Seen und Lacken, die eine einzigartige Tier und Pflanzenwelt beherbergen.