Die Marktgemeinde
Illmitz hat rund 2.500 Einwohner und liegt im
Bezirk Neusiedl am See im Bundesland Burgenland. Mit einer
Gesamtfläche von 92 Quadratkilometer ist Illmitz die flächengrößte Gemeinde im Burgenland. Illmitz. Auf einer Seehöhe von 117 Meter gelegen, gehört zum Nationalpark Neusiedler See. Bis 1919/20
war Illmitz Ungarn zugehörig und verwendete laut der Magyarisierungspolitik den Namen "
Illmic".
Illmitz und seine Entstehung:
Vermutliche aus der Kugelamphorenkultur der Spätjungsteinzeit stammen die ältesten Funde in Illmitz. Der bedeutendste Fund am Oberen Stinkersee ist das etwa 3.200 Jahre alte Steinkistengrab mit
Seelenloch und kann neben der Amorstatue im Naturhistorischen Museum in
Wien besichtigt werden. Ein Weihaltar zu Ehren des Gottes Mithras
aus der Römerzeit wurde in den Schellengärten im Jahr 1958 gefunden. In der ehemaligen Ziegelgrube haben sich die Awaren niedergelassen, zahlreiche Gräber beweisen dies.
Die erste urkundliche Erwähnung von Illmitz stammt aus dem Jahr 1217, als Probst Herkules von Eisenburg seinen Illmitzer Besitz dem Eisenburger Domkapitel schenkte.
Im Jahr 1410 gehörte Unterillmitz zum Besitz der Gründer und Besitzer von Eisenstadt, der Familie Kaniszai. Kaiser Ferdinand II übergab die Herrschaft Eisenstadt und die Grafschaft Forchtenstein im
Jahr 1622 am Nikolaus I. Esterhazy. Zu einem Teil des Komitates
Wieselburg wurde Unterillmitz nach der Wiedereingliederung von
Eisenstadt an Ungarn im Jahr 1649. Nach der erneuten Aufteilung gehörte Unterillmitz zur Herrschaft
Frauenkirchen welche wiederum in Esterhazyschen Besitz war. Oberillmitz gehörte dem Probst von Eisenburg und war somit geistlicher Besitz,
ab 1217 gehörte es zum Domkapitel Eisenburg. Nach 1802/1803 gehörte der gesamte Ort dem Komitat Wieselburg an.
Die Kriegswirren machten auch vor Illmitz nicht halt. So wurde der Ort während der Türkenkriege 1683, im Bocskayaufstand 1605 und in den Bethelen- und Kuruzzenkriegen 1620 und 1704-1709 schwer in
Mitleidenschaft gezogen.
Im Jahr 1967 wurde der Ort Marktgemeinde. Der beispielhafte Einsatz der Bewohner beim Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg und die weitgreifenden guten Erfolge im Weinbau trugen dazu bei,
dass die Infrastruktur deutlich verbessert werden konnte und das Marktrecht verliehen wurde.
Illmitz und der Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel:
Der Nationalpark rund um Illmitz fasst rund 4000 Hektar Land und Wasserfläche. Zahlreiche Schilfflächen, saftige Wiesen, Hutweiden und salzhaltige Lacken, die immer wieder austrocknen können, bilden
den geschützten Lebensraum. Unberührte Naturlandschaft, das pannonische Klima sowie die Lage zwischen den Alpen und der ungarischen Pußta bieten einer Vielzahl von Tieren und Pflanzenarten einen
einzigartigen Lebensraum.
Sehenswertes in und um Illmitz:
In Illmitz sieht man heute noch Störche, die hier brüten und ihre Jungen aufziehen. Unter Denkmalschutz wurde das älteste noch erhaltene Bauernhaus, der Zwerchhof mit einem Schilfdach und
Barockgiebel, gestellt. Im restaurierten Innenhof des Hauses, das aus gepressten Lehmziegeln besteht, findet man eine sehr alte Weinpresse. Das Bauernhaus und der benachbarte Ganglhof wurden zum
heutigen Florianihof umgestaltet. Ebenfalls unter Denkmalschutz steht die alte Pußtascheune, die heute eine Heurigenschenke beherbergt.
Die Sankt Bartholomäus Quelle wurde im Jahr 1931 errichtet und gilt seit 1998 als Natrium-Hydrogencarbonat-Mineral-Trinksäuerling als Heilquelle.
Das Tourismusangebot in Illmitz:
Mit einer Liegefläche von 20.000 Quadratmeter bietet das Standbad Illmitz genügend Grünfläche um sich nach einer der vielen Freizeitmöglichkeiten in und am
Neusiedlersee auszuruhen. Unter anderem bietet das Standbad Beachvolleyplätze, Boccia Platz, Pentanque Platz, Restaurants, Kaufhaus,
Surfschule, Tretbootverleih, Ruderboot, Segelbootverleih und Elektrobootverleih.
Bei einem Ausflug auf dem Rücken eines Pferdes oder bei einer Kutschenfahrt in die unberührte Landschaft des Nationalparks, erlebt man die Tier- und Pflanzenwelt hautnah und ohne ihr zu
schaden.
Der Weinbau in Illmitz:
Illmitz ist auf Grund des pannonischen Klimas und des Neusiedler Sees ein idealer Ort für das Gedeihen von hervorragenden Weinsorten. Bei einer ausgedehnten Wanderung kann man sich von der herrlichen
Natur überzeugen. Nicht umsonst wird der Ort auch "Boden der Weltmeisterweine" genannt. Wurden doch viele Weißweine dieser Region schon mehrfach ausgezeichnet. Doch nicht nur die Reben für Weißweine
gedeihen hier prächtig - auch der Rebensaft für qualitativ hochwertige Rotweine liebt das Klima rund um Illmitz und den Neusiedlersee.