Ukraine soll Transit-Gas abgezapft haben

News vom Mittwoch, 22. Feber 2012

Die Ukraine soll in diesem Extremwinter nach Angaben des russischen Energieriesen Gazprom täglich illegal rund 40 Millionen Kubikmeter Gas aus Transitleitungen abgezapft haben. Zum Vergleich: Deutschland verbraucht im Tagesdurchschnitt insgesamt etwa 96 Millionen Kubikmeter.

Die Ukraine habe Russland damit einen erheblichen Material- und Imageschaden zugefügt, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller am Mittwoch bei einem Treffen mit Kremlchef Medwedew. Der Präsident hat Miller beauftragt, notfalls rechtliche Schritte gegen die Führung in Kiew einzuleiten. Insgesamt soll die Ukraine in den ersten beiden Februarwochen illegal 438,3 Millionen Kubikmeter abgezapft haben, verlautete aus Gazprom-Kreisen.

Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russische Lieferungen in die Europäische Union. Westliche Versorger hatten während der Eiseskälte über Einbußen von bis zu 30 Prozent bei Lieferungen aus Russland geklagt. Moskau räumte zwar eigene Engpässe ein. Zugleich warf Gazprom aber Kiew wie schon in der Vergangenheit indirekt vor, Gas für den Eigengebrauch aus den Transit-Pipelines zu entnehmen. Die Ukraine wies die Anschuldigungen stets zurück.

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© APA
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