Neueste Trends bei Edelsteinen
News vom Mittwoch, 1. Oktober 2008
Ob meeresblau, zitrusgelb oder feuerrot: Es sind vor allem bunt funkelnde Edelsteine, die auf dem weltweiten Schmuckmarkt derzeit gefragt sind. "Und dabei geht der Trend zu hochwertigen und größeren Steinen", sagt der Geschäftsführer der Internationalen Fachmesse für Edelsteine, Edelsteinschmuck und Edelsteinobjekte (INTERGEM), Kai-Uwe Hille.
Neben den Klassikern Smaragd, Rubin und Saphir sind auf dem internationalen Steinparkett vor allem Turmalin, Aquamarin, Topas und Tansanit begehrt. Mehr als 165 Aussteller wollen ab Freitag (3. Oktober) auf der INTERGEM in der deutschen Edelsteinstadt Idar-Oberstein neueste Trends bei Steinen und Schmuck vorführen.
Die Nachfrage nach Topqualität bei Farb-Edelsteinen sei groß, sagt auch der Geschäftsführer des deutschen Bundesverbandes der Edelstein- und Diamantindustrie, Jörg Lindemann, in der rheinland-pfälzischen Stadt. Und zwar so, dass es auch manchmal Engpässe gebe. Andererseits gehe auch alles gut, was billig sei, also maximal bis 150 Euro koste. "Da tut sich eine Schere auf." Die Folge: "Das Mittelsegment leidet." Und das schon seit ein paar Jahren.
Idar-Oberstein ist laut Verband das wichtigste Edelstein-Zentrum Europas. In der 33.000 Einwohner zählenden Stadt werden Edelsteine aus aller Welt geschliffen. "Dies ist der Standort in Europa, an dem es jeden Edelstein der Welt in jeder Qualität gibt", sagt Lindemann. Preislich ist das Ende nach oben offen: Für Top-Steine werden auch mehrere hunderttausend Euro bezahlt. Zudem verlassen millionenschwere Edelstein-Objekte die Stadt an der Nahe - auch Königshäuser und Popstars gehören zu den Kunden.
Die Händler bestätigen den Farbtrend: "Farbige Edelsteine werden gerne gewählt, weil sie einzigartig und ganz individuell sind", sagt der Inhaber der Manufaktur für feine Edelsteine, Constantin Wild. Jeder Stein habe optisch andere Eigenschaften. Generell gelte: Die Leute wollten sich schmücken, nicht angeben. "Farbsteine passen besser zu Mode", erklärt der Geschäftsführer der Edelsteinschleiferei "Groh&Ripp", Bernd Willi Ripp. Auch sein Betrieb stellt eine erhöhte Nachfrage nach hochwertigen Farb-Steinen fest. Mit einer speziellen Schleiftechnik bringt er die Edelsteine ganz besonders zum Funkeln.
Aber nicht nur Frauen lieben die Juwelen. "Männerschmuck wird von Jahr zu Jahr stärker", sagt INTERGEM-Leiter Hille. Beliebt sei die Kombination von "High-Tech-Materialien" wie Stahl mit Edelsteinen und Diamanten. Aber auch Leder und Steine kommen bei Ketten und Armbändern gut an. "Die Männer finden Schmuck inzwischen auch chic", sagt der Experte.
Junge Männer ließen sich gerne inspirieren etwa von Rappern, die sich mit hochkarätigen Diamant-Kreuzen schmücken. Andere lieben es dezent und elegant - und zeigen ihren Geschmack beispielsweise am Hemdsärmel: Manschettenknöpfen stilvoll aus Platin und Aquamarin. Oder verspielt, als kleine rosa Schweinchen oder kleine Autos aus Jade, wie bei Wild zum Beispiel.
Neu beim Frauenschmuck gibt es seit vergangenem Jahr die Kombination bunter Steine mit Silber. "Vorher wurden eher Gold und Platin gewählt", sagt INTERGEM-Leiter Hille. Mit der Öffnung für Silber würden neue Kunden gewonnen. Insgesamt gehe der Trend zu unbehandelten Steinen, ergänzt Lindemann, der auch der Diamant- und Edelsteinbörse in Idar-Oberstein vorsteht. Und die Farben variierten je nach Geschmack von Pastellfarben bis zu ganz kräftigen Farben. Beim Turmalin sei Mintgrün gerade "der Renner". zurück
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