Vom Ufer der Mur steil aufragend, erhebt sich der wuchtige Grazer Schloßberg mit 123 Metern gegen den Himmel, hoch über die Steirische Landeshauptstadt Graz. Der berühmte Berg inmitten der Stadt
besteht aus Dolomitgestein und für die Entstehung des nunmehrigen Wahrzeichen von Graz ist, wie so oft, der Teufel verantwortlich - so meint es zumindest die Sage.
Der raffinierte Teufel meinte einst zu den Grazern, daß er den Schöckl, der berühmte Berg nur wenige Kilometer nordöstlich von Graz, noch höher machen könne. Natürlich war diese
Vom Ufer der Mur steil aufragend, erhebt sich der wuchtige Grazer Schloßberg mit 123 Metern gegen den Himmel, hoch über die Steirische Landeshauptstadt Graz. Der berühmte Berg inmitten der Stadt besteht aus Dolomitgestein und für die Entstehung des nunmehrigen Wahrzeichen von Graz ist, wie so oft, der Teufel verantwortlich - so meint es zumindest die Sage.
Der raffinierte Teufel meinte einst zu den Grazern, daß er den Schöckl, der berühmte Berg nur wenige Kilometer nordöstlich von Graz, noch höher machen könne. Natürlich war diese Gefälligkeit mit einer Gegenleistung verbunden, die so lautete, daß der Teufel die Seele des ersten, der den dann höheren Berg besteigt, bekäme. Die raffinierten Grazer gingen auf das Geschäft mit dem Teufel ein und schon war der Teufel davongeflogen, um einen mächtigen Felsen zu holen, der für den Schöckl gedacht war. Doch was mußte der Teufel sehen, als er zurückkam? Eine Prozession zog sich durch die Stadt und da fiel dem Teufel ein, daß es der Ostersonntag war, genau dieser Tag, an dem er keine Macht über die Menschen hatte. Die versprochene Seele war damit auch dahin und der Zorn und der Ärger des Teufels war riesig. So riesig, daß der Teufel den riesigen 'Felsen voll Wut auf die Stadt warf und der beim Aufprall in 2 Teile zerbrach.
Der eine Teil, der größere sollte zum heutigen Schloßberg werden, der andere, kleinere, landete nördlich der Stadt und bildet heute den Kalvarienberg am Austein.
Faktum ist in jedem Fall, daß es im bereich vom Schloßberg bereits im 8. Jahrhundert vor Christi eine Besiedelung gab und um 1125 auf dem damals noch nackten Felsen eine romantische Burg entstand. Die Grazer nannten diese "gradec", das aus dem Slowenischen so viel wie "kleine Burg" bedeutet. Davon abgeleitet ist auch der Name der Stadt "Graz".
Napoleon "biß" sich sich bei der Festung am Grazer Schloßberg die Zähne aus und konnte diese zu Anfang des 19. Jahrhunderts nicht einnehmen. Nur einem Abkommen ist es zu verdanken, daß wenigstens der Uhrturm und der Glockenturm erhalten blieben, denn die gesamte Zerstörung der Festung wurde von den napoleonischen Truppen gegen die Erhaltung des besetzten Wien vehement gefordert.
Noch im Zweiten Weltkrieg war der Grazer Schloßberg eine Festung, nachdem Zwangsarbeiter ein umfangreiches Stollensystem mit über 6 Kilometern Gesamtlänge errichteten und so mehr als 12.000 Quadratmeter Nutzfläche für die Kommandozentrale und als Luftschutzbunker schafften. Noch heute sind einige Bereiche des Stollensystems erhalten und dienen wesentlich angenehmeren Zwecken wie etwa eine Märchengrottenbahn oder eine angenehme Fußwegverbindung vom Schloßbergplatz zum Karmeliterplatz.
Die Schreibweise "Schloßberg" hielt auch der umstrittenen Rechtschreibreform stand, denn die Grazer setzten sich wieder einmal mit Schlauheit und Patriotismus durch, als sie durchsetzten, daß der Name "Schloßberg" und die Ableitungen davon weiterhin mit "ß" geschrieben wird und damit auch die historische Schloßbergbahn sich nicht der Rechtschreibreform unterwarf.
Bei einem Grazaufenthalt darf ein Besuch auf dem Schloßberg nicht fehlen, es ist einfach Pflicht, mindestens einmal in seinem Leben hier heroben gestanden zu sein. Der Ausblick, die Romantik und die Sehenswürdigkeiten auf dem Grazer Schloßberg werden es lohnen, den Aufstieg zu wagen (es gibt ja die Aufstiegshilfe mit der Schloßbergbahn...). Und die "Grazer Liesl", die 1587 in Graz gegossene Glocke im Glockenturm ertönt täglich mit 101 Glockenschlägen und erinnert an die 101 Kanonenkugeln, die den Türken bei der versuchten Eroberung abgenommen werden konnten.
Das markanteste Wahrzeichen der Stadt Graz ist aber sicherlich der Uhrturm, der markante Turm, der bereits um 1265 erwähnt wird und sich mit 28 Metern Höhe gegen den Himmel streckt. Vier große Ziffernblätter mit jeweils mehr als 5 Metern Durchmesser stammen aus dem Jahr 1712 und zeigen sich auf allen 4 Seiten des Turmes.
Viele romantische Wege führen von der Stadt aus allen Richtungen auf den Grazer Schloßberg, der sich heute als riesiger Park präsentiert und so manchen Dichter und Maler zu Inspirationen verhalf. Der gesamte Schloßberg ist prinzipiell "verkehrsfrei", ausgenommen sich grad einmal Zustelldienste und eine Öffnung der Straße bei einigen Veranstaltungen am Schloßberg.